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Gast in Russlands Staats-TV scherzt über Invasion Londons: „Kann mir vorstellen, wie wir einmarschieren“

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Von: Andreas Apetz

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Im russischen Staatsfernsehen wurde in einer Diskussionsrunde darüber gescherzt, dass Russland auch europäische Hauptstädte einnehmen wolle.

Moskau – In einer kürzlich ausgestrahlten Sendung des russischen Staatssenders Russia-1 scherzten mehrere Moderatoren mitten im Ukraine-Krieg über die Eroberung westlicher Hauptstädte wie London oder Lissabon. Ein Ausschnitt der Fernsehsendung wurde von Anton Geraschtschnko, Berater des ukrainischen Außenministeriums, auf Twitter geteilt.

Russisches Staatsfernsehen: Russia-1 witzelt über Einmarsch in London

„Wenn wir Lemberg erreichen, wird es uns gehören. Wenn wir Lissabon und London erreichen, werden sie uns gehören“, sagte einer der Moderatoren vor laufenden Kameras im russischen Fernsehen. Die Szene erlangte in den sozialen Medien schnell an Aufmerksamkeit. Russische Moderatoren und Showgäste sprachen über Moskaus Plan London samt Fußballclubs und Pubs einzunehmen. Der Kreml-Freund Wladimir Solowjow, der das nächtliche Programm auf Russia-1 moderiert, witzelte darüber, wie er sich eine Invasion Londons vorstellen würde.

„Ich kann mir vorstellen, wie unsere Truppen in London einmarschieren, wie unsere Leute aus den Kneipen rennen und rufen: ‚Leute, schaut links, schaut rechts! Wir haben hier schon lange auf euch gewartet. Russische Partisanen in Aktion!‘“, sagte Solowjow. Damit meinte der Moderator wohl den russischsprachigen Anteil der Bevölkerung Londons. Rund 250.000 Russen leben derzeit in der 9-Millionen-Einwohner-schweren Hauptstadt.

Die „Hälfte“ der britischen Fußballfans seien zudem Anhänger des Fußballvereins FK Achmat Grosny, welcher nach dem ermordeten tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow benannt ist. Somit sei ein großer Teil der britischen Fußballwelt russlandfreundlich. Solowjow schlug deshalb vor, der Fanclub des Londoner Fußballvereins Chelsea FC, der bis Anfang des Jahres noch der in Hand des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch war, könnte die „verschwörerische fünfte Kolonne“ Russlands werden.

Invasion in London: Russischer Botschafter nennt „extremste Maßnahme“

Schon häufiger wurden im russischen Staatsfernsehen explizite Drohungen an den Westen ausgesprochen. Dabei wurden immer wieder Angriffe mittels Atomwaffen in den Raum geworfen. Der russische Journalist Juri Kot sagte im September, sollte das Kernkraftwerk Saporischschja während des Ukraine-Konflikts beschädigt werden, würden „zwei Raketen sofort in Ihren Entscheidungszentren landen ... eine in Washington und die andere in London“.

Russischer Soldat: Das Minsker Friedensabkommen von 2015 ist gescheitert, im Osten der Ukraine herrscht Krieg (Symbolbild)
Ein russischer Soldat. (Symbolbild) © Konstantin Mihalchevskiy/Imago

Wie viel wirklich hinter solchen Drohungen steckt, ist fraglich. In einem Interview, das am Montag (12. Dezember) von der kremlnahen Zeitung Iswestija veröffentlicht wurde, bezeichnete der russische Botschafter in London der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sei die „extremste Maßnahme“, welche die Regierung ergreifen könne. (aa)

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