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„Säuberungen“ im Ukraine-Krieg: Putin findet Schuldigen für Russlands schwere Verluste

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Von: Marvin Ziegele

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Wladimir Putin
Gerassimow und Putin im Kreml. (Archivfoto) © Mikhail Tereshchenko / Imago Images

Die „Säuberungen“ im Kreml treffen immer mehr Personen – nun den Chef des russischen Generalstabs. 

Moskau – Auch Russlands Offensive im Osten der Ukraine läuft nicht nach Plan. An vielen Orten ist die Front ins Stocken geraten, die Ukraine vermeldet einzelne Gebietsgewinne. In Moskau werden immer wieder neue Schuldige für den schlechten Verlauf des Krieges gefunden – jetzt trifft es den Chef des russischen Generalstabes, Waleri Gerassimow, berichtet des Nachrichtenportal Independent.

Laut Independent schätzt Oleksej Arestowytsch, ein Militärberater von Wolodymyr Selenskyj, dass General Gerassimow seines früheren Amtes enthoben worden sei. Ihm zufolge soll Kreml-Chef Wladimir Putin überprüfen, ob Gerassimow das russische Heer weiterhin führen dürfe.

Russland: Wladimir Putin setzt „Säuberungen“ im Kreml fort

Allerdings gibt es bisher keine offizielle Bestätigung für Gerassimows Ausscheiden aus dem Generalstab. Zuletzt nahmen die „Säuberungen“ von Wladimir Putin aber immer weiter zu. Gerassimow erschien auch nicht zur Parade am sogenannten Tag des Sieges am 09. Mai.

Die russischen Streitkräfte haben in ihrem Krieg mehrere schwere Rückschläge erlitten, da es ihnen nicht gelang, Kiew frühzeitig einzunehmen, und sie schwere Verluste hinnehmen mussten - sowohl an Menschenleben als auch an Ausrüstung.

Russland erleidet Verluste im Ukraine-Krieg: Chef des russischen Generalstabes unter Verdacht

Nachdem die Einnahme der Hauptstadt gescheitert war, zogen sich die russischen Streitkräfte zurück, formierten sich neu und konzentrierten sich auf das ostukrainische Donbass, eine Region, in der die von Moskau unterstützten Separatisten seit acht Jahren gegen die ukrainischen Truppen kämpfen.

Knapp zweieinhalb Monate nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine ist die strategische Niederlage Russlands nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „offensichtlich“. Die Niederlage Moskaus sei „für jeden auf der Welt offensichtlich und auch für diejenigen, die immer noch mit ihnen (den Russen) kommunizieren“, sagte Selenskyj am Donnerstagabend in seiner täglichen Videobotschaft. Nur habe Russland nicht den Mut, die Niederlage einzugestehen. „Sie sind Feiglinge und versuchen, diese Wahrheit hinter neuen Raketen-, Luft- und Artillerieangriffen zu verbergen.“ (marv)

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