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„Ineffizient“ und „unbrauchbar“: Russland muss auf veraltete Waffen zurückgreifen

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Von: Vincent Büssow

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Russische Anti-Flugkörper-Raketen der Typen S-300 und S-400 sind bei einer militärischen Ausstellung im Jahr 2014 in der Nähe von Moskau zu sehen.
Berichten aus der Ukraine zufolge greift Russland im Ukraine-Krieg auf veraltete Raketen des Typen S-300 zurück. (Archivbild) © Sergei Chirikov/dpa

Fachleuten zufolge gehen Russland die Waffen aus. Im Ukraine-Krieg sollen die Angreifer deshalb veraltete Raketen einsetzen – die sind schwer zu kontrollieren.

Moskau/Kiew – Russland soll beim Angriff auf die Ukraine auf veraltete Waffen zurückgreifen. Dies teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag (4. September) in seinem operativen Update auf Facebook mit. Derartige Berichte in Bezug auf den Ukraine-Krieg häufen sich seit Wochen, wobei viele Fachleute mittlerweile davon ausgehen, dass die Raketenbestände der Truppen unter Wladimir Putin zur Neige gehen.

„Aufgrund des Mangels an Hochpräzisions-Waffen hat der Feind begonnen, veraltete S-300 Lenkraketen zur Flugabwehr häufiger zu nutzen“, verkündete der Generalstab. Insgesamt seien seit Kriegsbeginn über 500 solcher Raketen auf das Territorium der Ukraine geschossen worden. Viele davon hätten laut der ukrainischen Armee jedoch „nicht das Ziel erreicht“, da ein Großteil des russischen Bestandes „unbrauchbar“ sei.

Ukraine-Krieg: Russland setzt „ineffiziente“ Waffen ein

Dieses Urteil geht nicht nur auf das Alter der Waffen zurück. Raketen des Typen S-300 sind eigentlich dafür gedacht, fragile Flugkörper zu zerstören. Laut den Berichten der ukrainischen Armee nutzen die Truppen aus Russland die Geschosse jedoch für Bodenangriffe. Das Institute for the Study of War aus den USA bezeichnet diese Nutzung als „ineffizient“. Der Thinktank kam dementsprechend bereits im Juli zu dem Schluss, dass Russland die wirksameren Waffen ausgehen. Diese Analyse reiht sich neben Berichten über ukrainische Fortschritte und eine „miserable“ Moral der russischen Soldaten im Ukraine-Krieg ein.

Russland im Ukraine-Krieg: Veraltete Waffen können zur Gefahr für Zivilisten werden

Trotz der vergleichbaren Nutzlosigkeit, was die militärische Nutzung der alten Raketen im Ukraine-Krieg angeht, können diese insbesondere für Zivilpersonen gefährlich werden. Wie das Verteidigungsministerium von Großbritannien mitteilte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Waffen ihre vorgesehenen Ziele verfehlen. Stattdessen können „zivile Todesopfer“ die Folge sein, da die kleineren Sprengköpfe ungepanzerte Strukturen durchaus noch durchdringen.

Mitglieder der Nationalpolizei der Ukraine untersuchen die Einschlagstelle nach einem Beschuss aus Russland mit veralteten Raketen des Typen S-300.
Mitglieder der Nationalpolizei der Ukraine untersuchen die Einschlagstelle in Charkiw nach einem Beschuss aus Russland mit veralteten Raketen des Typen S-300. © Vyacheslav Madiyevskyi/imago

Während Russland offenbar Probleme mit den eigenen Raketenbeständen hat, sind die Waffen, die aus den USA an die Ukraine geliefert wurde, zum „Gamechanger“ im Krieg geworden. Insbesondere die hochmobilen Artillerieraketensysteme vom Typ Himars sorgen immer wieder für ukrainische Erfolge. (vbu)

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