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Ukraine braucht dringend Langstreckenraketen – USA erteilen Absage

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Von: Lukas Zigo

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Ihre erste Auslandsreise nutzt die ukrainische Abgeordnete für einen Aufruf. Soll die Ukraine gewinnen – müsse der Westen der Ukraine Raketenartillerie zukommen lassen

Update vom Montag, 30. Mai, 20.45 Uhr: Die US-Regierung will keine Raketensysteme an die Ukraine liefern, die eine Reichweite bis nach Russland haben. Man werde keine Raketensysteme in die Ukraine schicken, die russisches Territorium treffen könnten, sagte US-Präsident Joe Biden am Montag in Washington auf eine entsprechende Frage von Reportern.

Der Fernsehsender CNN hatte vor wenigen Tagen unter Berufung auf Beamte berichtet, die US-Regierung erwäge, fortschrittliche Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite in die Ukraine zu schicken. Die in den USA hergestellten Artilleriesysteme MLRS und HIMARS könnten Geschosse über bis zu 300 Kilometer abfeuern. Die Ukraine habe um diese Art von Waffen gebeten, hieß es weiter. Allerdings sei die US-Regierung zögerlich, da befürchtet werde, dass die Ukraine die Raketensysteme für Angriffe auf russisches Gebiet nutzen könnte. Es stelle sich daher die Frage, ob dies eine russische Vergeltungsmaßnahme gegen die USA zur Folge haben könnte.

Dringender Appell: Ukraine braucht „in erster Linie Waffen“

Erstmeldung vom Montag, 30. Mai, 15.31 Uhr: London – Die ukrainische Abgeordnete Kira Rudik hat den Westen bei ihrem Besuch in Großbritannien aufgefordert, ihrem Land Langstreckenraketen zu liefern. Sie warnte, ohne weitere militärische Hilfe riskiere ihr Land in eine Sackgasse zu geraten oder gar eine Niederlage im Krieg gegen Russland zu erleiden.

Rudik, die Vorsitzende der oppositionellen liberalen Golos-Partei, sagte, sie befürchte, dass der dreimonatige Krieg „zur neuen Normalität“ werde und dass der Westen nicht die Waffen mit Nato-Standard liefern würde, die die Ukraine für ein Zurückdrängen der Invasoren benötigen würde.

„Ein schlechtes Ergebnis wäre, dass dieser Krieg zu einer Pattsituation wird, wie ein langfristig eingefrorener Konflikt“, sagte Rudik in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian. „Eines unserer Ziele ist es, dafür zu sorgen, dass sich die Welt nicht daran gewöhnt, dass in der Ukraine Krieg herrscht.“

Ukraine-Krieg: Ukraine braucht „in erster Linie Waffen“

Die Abgeordnete argumentierte, dass die Ukraine „in erster Linie Waffen braucht“, denn ohne Erfolge auf dem Schlachtfeld würde Kiew unter Druck geraten, Territorium an Russland abzugeben. Dies schlug zuletzt der erfahrene US-Diplomat Henry Kissinger vor – ein Vorschlag, den Rudik als „grenzwertig … wie soll ich das Wort dumm nicht sagen?“ bezeichnete.

Die 36-Jährige stehe täglich mit den Truppen an der Front in Kontakt und räumte ein, dem ukrainischen Militär gehe es „nicht gut; sie stehen unter großem Druck“, da die russischen Streitkräfte unter schwerem Beschuss in der östlichen Donbass-Region vorrücken.

Ukraine-Krieg – Rudik: „Werden ihn militärisch gewinnen müssen“

Die ukrainische Armee benötige Mehrfachraketenwerfer mit einer Reichweite von Hunderten von Kilometern. Diese könnten von den USA und anderen Ländern innerhalb weniger Tage geliefert werden. „Wir müssen unsere Soldaten an der Front besser kämpfen lassen, und dafür brauchen wir MLRS-Systeme mit größerer Reichweite“, sagte Rudik. „Wir wissen, dass es keine friedliche Einigung in diesem Konflikt geben wird. Wir werden ihn militärisch gewinnen müssen.“

Das M270 Multiple Launch Rocket System (MLRS) der USA.
Das von der Ukraine geforderte M270 Multiple Launch Rocket System (MLRS) der USA. © imago stock&people / Imago Images

Nach Ansicht Kiews könnte das in den USA hergestellte M270 MLRS-System, das 12 Raketen in einer Minute abfeuern kann, das Schicksal der Ukraine wenden. Die Ukraine wird im Osten derzeit von Russland überrollt, das sich begleitet von schwerem Bombardement der Stadt Sjewjerodonezk nähert.

Ukraine-Krieg: Raketenartillerie für die Ukraine umstritten

Das Senden von Raketenartillerie ist nicht zuletzt deshalb umstritten, weil sie der Ukraine die Möglichkeit geben würde, das Innere Russlands zu treffen. Dies hat Moskau zu der Warnung veranlasst, dass die Entscheidung der USA, diese Systeme zu liefern, „eine rote Linie überschreiten“ würde.

Rudik hält sich für einige Tage im Vereinigten Königreich auf, wo sie im Rahmen ihrer ersten Auslandsreise seit Beginn des Krieges am 24. Februar mit Abgeordneten in London und Schottland zusammentrifft, unter anderem mit Tobias Ellwood, dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses. (lz)

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