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Ukraine-Krieg: Kiew beklagt „bizarre“ Überredungsversuche des Westens

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Von: Daniel Dillmann

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Washington fordert, im Ukraine-Krieg Friedensverhandlungen mit Moskau aufzunehmen. Das lässt Kiew aber offenbar kalt. Der News-Ticker.

+++ 14.10 Uhr: Laut Dimitri Medwedew gibt es vor allem einen Grund, warum die Kiew Friedensverhandlungen mit Moskau ablehne. Der ukrainische Präsident müsse „um sein Leben fürchten“, würde er die Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland anerkennen. Teile des Militärs und Nationalisten in der Ukraine würden den Präsidenten „umbringen“ wollen. Das sagte Medwedew laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

+++ 12.16 Uhr: Ein wichtiger Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die Versuche des Westens, Kiew zu Verhandlungen mit Moskau zu bewegen, als „bizarr“ bezeichnet. Im Angesicht der militärischen Siege der vergangenen Wochen kämen Verhandlungen im Ukraine-Krieg aktuell einer Kapitulation gleich. „Wenn man auf dem Schlachtfeld die Initiative hat, ist es etwas bizarr, [solche] Vorschläge zu erhalten“, so Mykhaylo Podolyak gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Laut US-Medien sollen vor allem diplomatische Beamte aus den USA zuletzt auf die Regierung in Kiew eingewirkt haben, Friedensverhandlungen mit Moskau aufzunehmen.

+++ 11.11 Uhr: Die Ukraine zieht sich aus dem Internationalen Rat für wissenschaftliche und technische Information zurück. Der Grund sei die Unmöglichkeit „der Zusammenarbeit mit Russland im wissenschaftlichen und technischen Bereich“. Das meldete das Bildungsministerium des Landes in einer Pressemitteilung. Dem Rat gehören 22 Länder an. Sitz der Organisation ist die russische Hauptstadt Moskau.

Wolodymyr Selenskyj ist aktuell im Ukraine-Krieg nicht an Verhandlungen mit Russland interessiert.
Wolodymyr Selenskyj ist aktuell im Ukraine-Krieg nicht an Verhandlungen mit Russland interessiert. © Ukraine Presidency/dpa

Ukraine aktuell: Sunak sichert Kiew militärische Unterstützung zu

Erstmeldung vom 20.11.2022, 9.24: Kiew - Rishi Sunak hat der Ukraine die „dauerhafte Unterstützung“ seines Landes zugesichert. Das sagte der Premierminister Großbritanniens bei einem Besuch der Hauptstadt Kiew. Man werde Militärhilfe leisten, „bis die Ukraine gewonnen hat“, so Sunak am Samstag.

Bei seinem unangekündigten Besuch in Kiew traf Rishi Sunak auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz betonten beide das enge Verhältnis ihrer Länder. Großbritannien gilt im Ukraine-Krieg als einer der wichtigsten Lieferanten Kiews für neues militärisches Gerät. Rishi Sunak verkündete nun weitere Hilfe im Wert von rund 57 Millionen Euro. Die Ukraine soll für den Kampf gegen Russland unter anderem 125 Flugabwehrkanonen sowie Technologie zur Abwehr iranischer Kampfdrohnen erhalten.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Kiew weist „kurze Waffenruhe“ zurück

Weitere Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine mögliche Waffenruhe im Ukraine-Krieg sind derweil auf Eis gelegt. Es gebe „keinerlei offizielles Gesuch von der russischen Seite“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Andrij Jermak am Samstag während einer Videoschalte beim Internationalen Sicherheitsforum im kanadischen Halifax. Bevor es überhaupt zu Verhandlungen kommen könne, müsste Moskau „alle russischen Truppen von ukrainischem Gebiet abziehen“, fügte er hinzu.

Wolodymyr Selenskyj selbst hatte Verhandlungen über eine mögliche Kampfpause im Ukraine-Krieg abgelehnt. „Russland möchte nun eine kurze Waffenruhe, eine Atempause, um wieder zu Kräften zu kommen“, hieß es in einer Rede des Präsidenten, die beim Sicherheitsforum in Halifax übertragen wurde. Eine solche Atempause wäre nicht das Ende des Krieges, sondern würde alles nur noch schlimmer machen, sagte er. Ein echter Frieden könne „nur durch die vollständige Zerstörung der russischen Aggression entstehen“, hob Selenskyj in seiner Rede am Freitag (Ortszeit) hervor.

USA hofft auf baldige Verhandlungen im Ukraine-Krieg

In den USA sieht man in den jüngsten Erfolgen der Ukraine und den schweren Verlusten Russlands eine Chance auf baldige Verhandlungen über eine Feuerpause. Laut US-Generalstabschef Mark Milley würden die ukrainischen Rückeroberungen möglicherweise eine Gelegenheit für die Aufnahme von Verhandlungen über eine politische Lösung des Konflikts werden. (dil/dpa)

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