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Ukraine-Krieg: Welche Hoffnung gibt es auf direkte Verhandlungen?

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Von: Vincent Büssow

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Zwischen Russland und der Ukraine gibt es im Krieg zurzeit keine direkten Verhandlungen. Um diese wieder aufzunehmen, müssen einige Hürden überwunden werden.

Kiew – Im Ukraine-Krieg scheinen Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau zunächst vom Tisch zu sein. Während die Kämpfe fortgesetzt werden, gibt es allerdings Pläne, die diplomatischen Bemühungen wieder aufzunehmen. Bevor das passieren kann, müssen beide Seiten zunächst einige Zugeständnisse machen. Auch die Uneinigkeit innerhalb der Nato steht dem Prozess im Weg – insbesondere Deutschland steht dabei in der Kritik.

Wolodymyr Selenskyj fordert im Ukraine-Krieg direkte Gespräche mit Russlands Präsident Putin. (Archivbild)
Wolodymyr Selenskyj fordert im Ukraine-Krieg direkte Gespräche mit Russlands Präsident Putin. (Archivbild) © Lahodynskyj/Lovetsky/dpa

Zuletzt hatten sich Vertreter aus Russland und der Ukraine im März miteinander getroffen, um in Istanbul über ein mögliches Ende im Ukraine-Krieg zu sprechen. Seitdem machte der russische Chefunterhändler deutlich, dass Moskau für weitere Gespräche offen sei. Die Ukraine wirft Russland allerdings vor, kein ernsthaftes Interesse an einer diplomatischen Lösung zu haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert kurzfristig direkte Gespräche mit seinem Amtskollegen und Kriegsgegner Wladimir Putin sowie langfristig die Wiedereinnahme des gesamten Territoriums, das seit 2014 von Russland erobert wurde. Dies sorgt nicht nur in Russland für Uneinigkeit.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Kritik an Deutschlands vorsichtigem Umgang mit Russland

Auch die Nato ist in der Frage gespalten, auf welche Weise der Ukraine-Krieg am besten zu beenden sei. So stimmte die Außenministerin von Großbritannien, Liz Truss, der Forderung von Selenskyj zu, dass die Ukraine kein Territorium abgeben dürfe. Auch der britische Premierminister Boris Johnson betonte stets, dass Putin den Krieg verlieren müsse. Anderen Staaten, unter anderem Deutschland, wird hingegen vorsichtiges Verhalten gegenüber Russland vorgeworfen. So kritisierte Selenskyj, dass die Vorsicht der Bundesregierung aus dem Interesse hervorgehe, nach dem Krieg wieder Beziehungen zu Russland aufzubauen, meldet der Guardian.

Ukraine-Krieg: Plan für Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine vorgelegt

Neben der territorialen Frage trifft auch die ukrainischen Forderungen nach Langstreckenwaffen bei den Bündnispartnern auf unterschiedliche Ansichten. So sorgt insbesondere die Trägheit Deutschlands auf Unmut, was die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine betrifft, berichtet der britische Guardian.

Trotz der Uneinigkeit gibt es im Westen nach wie vor Bemühungen, die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine wieder in Gang zu bringen. So präsentierte der italienische Premierminister Mario Draghi vor Kurzem in der UN einen Plan in diesem Sinne. Dieser beinhaltet unter anderem einen Waffenstillstand, territoriale Kompromisse, Verhandlungen über die Beziehungen zwischen der Nato und Russland sowie die Rolle der Ukraine darin. (vbu mit dpa)

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