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Ukraine-Krieg: UN warnt vor globaler Hungerkrise, die Jahre andauern könnte

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Von: Tanja Koch

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Ukraine-Krieg
Überreste eines russischen Helikopters liegen in einem zerbombten Feld in Biskvitne. Der Ukraine-Krieg beeinträchtigt auch die Landwirtschaft und damit die Nahrungsmittelproduktion. © Aziz Karimov/Imago Images

UN-Generalsekretär Guterres spricht von „Unterernährung, Massenhunger und Hungersnot“ infolge des Ukraine-Kriegs. Auch Außenministerin Baerbock warnt.

New York – Die durch den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie ausgelöste Nahrungsmittelknappheit könnte zu einer jahrelangen Hungerkrise führen. Davor warnten die Vereinten Nationen übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf einer Tagung in New York. 

UN-Generalsekretär António Guterres sprach von „Unterernährung, Massenhunger und Hungersnot im Rahmen einer Krise, die jahrelang andauern könnte“. „Die Welt steht in Flammen. Wir haben Lösungen. Wir müssen handeln, und wir müssen jetzt handeln“, warnte auch der Leiter des Welternährungsprogramm David Beasley, der schon im März auf das Risiko hingewiesen hatte.

Ukraine-Krieg löst Nahrungsmittelknappheit aus

Der Ukraine-Krieg und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben die Versorgung mit Düngemitteln, Weizen und anderen Rohstoffen aus beiden Ländern unterbrochen und die Preise dafür in die Höhe getrieben, insbesondere in den Entwicklungsländern. 

Zusammen produzieren die kriegführenden Länder laut Guardian 30 Prozent des weltweiten Weizens. 12 Prozent des Weizens, 15 Prozent des Mais und die Hälfte des Sonnenblumenöls entfielen auf Exporte aus der Ukraine, bevor die Häfen des Landes von der Welt abgeschnitten wurden. 

Guterres stehe in „intensivem Kontakt“ mit Russland und anderen Staaten, um eine Lösung zu finden. Zudem sagte die Weltbank weitere 12 Milliarden Dollar zu, um die „verheerenden Auswirkungen“ der Ernährungskrise zu mildern.

„Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es keine wirksame Lösung für die Nahrungsmittelkrise gibt, ohne die ukrainische Nahrungsmittelproduktion wieder in Gang zu bringen“, sagte Guterres. „Russland muss die sichere Ausfuhr des in ukrainischen Häfen gelagerten Getreides erlauben.“

Annalena Baerbock: Russland führt im Ukraine-Krieg auch „stillen Angriff“ auf Landwirtschaft

Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat im Rahmen der Tagung in New York vor einer beispiellosen globalen Hungerkrise gewarnt. Russland führe nicht nur einen „brutalen Krieg“ mit Bomben, Raketen und Panzern, sondern auch einen „stillen Angriff“ gegen Getreidesilos und Felder.

„Für eine verhungernde Familie in Somalia, für eine verängstigte Mutter im Jemen, für ein hungriges Schulkind in Mali mag Russlands Krieg in der Ukraine tausende Kilometer weit entfernt erscheinen. Aber seine verheerenden Auswirkungen treffen diese Mütter, Väter und Kinder direkt und mit furchtbaren Folgen“, sagte Baerbock.

Die internationale Staatengemeinschaft müsse eng zusammenarbeiten, sagte Baerbock, und verwies auf das bei der Frühjahrestagung der Weltbank in Washington von Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vorgeschlagene Bündnis für globale Ernährungssicherheit. Dieses solle „schnell und vorausschauend“ Hilfe koordinieren, erklärte Schulze vor Beginn eines Treffens der G7-Entwicklungsminister, auf dem das Bündnis offiziel starten soll. (tk mit epd/AFP)

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