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Russland beschießt Zivilbevölkerung mit Metallpfeilen

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Von: Vincent Büssow

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Immer wieder werden Vorwürfe von Kriegsverbrechen gegen Russland im Ukraine-Krieg laut. Neue Berichte zeigen das Ausmaß der Gewalt an der Zivilbevölkerung.

Kiew – Seit dem Abzug russischer Truppen aus der Region Kiew wird nach und nach das Ausmaß der Zerstörung deutlich, welche die Soldaten dort zurückgelassen haben. Insbesondere die Bilder aus dem Kiewer Vorort Butscha wurden international verurteilt und haben die UN dazu veranlasst, eine Untersuchung zu Kriegsverbrechen durch Russland in die Wege zu leiten. Unter anderem wird den Truppen unter dem Befehl von Wladimir Putin vorgeworfen, sogenannte Flechettes gegen die Zivilbevölkerung einzusetzen. Aktuellen Berichten von CNN zufolge ist das Ausmaß dabei höher als vermutet.

Über einen Monat ist es mittlerweile her, dass Russland den Truppenabzug aus der Region rund um Kiew angeordnet hat. Zahlreiche Menschen waren vor den russischen Streitkräften geflohen und kehren nun in ihre Heimat zurück. Andere berichten davon, wie sie sich vor dem Beschuss durch Russland in ihren Häusern verschanzt hatten. Nun finden sie kleine, rasierklingenscharfe Pfeilprojektile, die in dem Boden und in den Gebäuden stecken. So sammeln unter anderem die Bewohnerinnen und Bewohner des Kiewer Vororts Irpin große Mengen dieser Munition ein, wie CNN berichtet. Die Projektile nennen sich Flechettes, was aus dem Französischen kommt und „kleine Pfeile“ bedeutet. Ihr Einsatz in zivilen Gebieten ist unter internationalem Völkerrecht verboten.

Ukraine-Krieg: Beschuss von Zivilisten mit Flechettes – Schwere Vorwürfe an Russland

Bis zu 8000 Flechettes können in den Explosionsladungen enthalten sein, die meist von Panzern verschossen werden. Die Pfeilmunition kann zu schweren Verletzungen sowie zum Tod führen, da sie sich in getroffenen Körpern häufig verformen. Das völkerrechtliche Verbot, Flechettes in zivilen Gebieten einzusetzen, leitet sich vor allem von der Unberechenbarkeit der Geschosse ab.

Ein Flachette-Projektil in einer offenen Hand (2014)
Berichten zufolge beschoss Russland zivile Gebiete in der Ukraine mit verbotenen Metallpfeilen. (Archivbild) © Dominique Faget/AFP

Ukraine-Krieg: Russland „terrorisiert“ Zivilisten

Bereits im April berichtete der Guardian, dass unabhängige Experten anhand von Bildern den Einsatz von Flechettes gegen dutzende Menschen aus der Zivilbevölkerung im Ukraine-Krieg festgestellt hatten. Auch damals stammten die Berichte aus der Region um Kiew. Die meisten der Menschen, die mit Flechettes erschossen worden waren, stammten aus Irpin und Butscha.

Laut Gustav Gressel, Experte für Sicherheitspolitik, Militärstrategien und internationale Beziehungen, ist der Einsatz der Metallpfeile ein bloßes „Mittel, um die Leute zu terrorisieren“. Gegen geschützte Militäreinheiten seien die Projektile nämlich nicht effektiv und würden lediglich die Lebensdauer von Artilleriesystemen verschwenden, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Russland bestreitet hingegen, Kriegsverbrechen in der Ukraine zu begehen und begangen zu haben. (vbu)

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