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Wem gehört die Krim? Putins Botschafter unterstellt USA Unterstützung von „Terroranschlägen“

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Von: Vincent Büssow

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Der Botschafter Russlands in Washington wirft den USA vor, die Ukraine zu „Terroranschlägen“ zu drängen – und droht mit einer Antwort.

Washington D.C. – Der russische Botschafter in den USA hat sich zu dem Einsatz von US-Waffen im Ukraine-Krieg geäußert. Das Statement von Anatoli Antonow kam als Reaktion auf einen Kommentar des US-Außenministeriums zu dem Einsatz amerikanischer Waffen auf der Krim. Neben der aus Russland gewohnten Kriegsrhetorik richtete Antonow neue Vorwürfe an Washington – und drohte mit einer klaren Gegenmaßnahme.

Am Mittwoch (18. Januar) hatte Ned Price, Sprecher des US-Außenministeriums, bei einer Pressekonferenz auf die Frage geantwortet, ob die Ukraine Waffen der USA für Angriffe auf die Krim nutzen dürfe. „Wir stellen der Ukraine die Waffen zur Verfügung, die sie benötigt, um ihr Territorium zu verteidigen“, antwortete Price und fügte hinzu: „Die Krim ist die Ukraine.“ Bei Putins Botschafter Antonow kam diese Bemerkung offenbar gar nicht gut an.

Antonow beim 13. asiatischer Sicherheitsgipfel in Singapur, 01. Juni 2014.
Anatoli Antonow, Russlands Botschafter in den USA, kommentierte den Einsatz von US-Waffen gegen die Krim. (Archivbild) © How Hwee Young/dpa

Ukraine-Krieg: Russlands Botschafter droht USA mit Antwort auf Waffenlieferungen

Die Reaktion aus Moskau kam prompt. Derartige Äußerungen würden „das Regime in Kiew im Wesentlichen dazu drängen, Terroranschläge in Russland zu verüben“, antwortete Antonow am Donnerstag. Dadurch werde das Risiko der Konflikteskalation nur erhöht. Der Botschafter ließ offen, ob er sich damit auch auf einen Konflikt zwischen Russland und den USA bezog. Er richtete sich jedoch offenbar direkt an das Nato-Land, als er angebliche Berichte kommentierte, laut denen amerikanische Himars-Raketenwerfer und Kampfpanzer vom Typ Bradley bei einem ukrainischen Angriff auf die Krim eingesetzt werden sollen. „Kommentatoren glauben naiverweise, dass Russland nicht auf Angriffe auf sein Territorium reagieren wird“, sagte er.

Darüber hinaus war das Statement mit einer Rhetorik gespickt, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs regelmäßig aus Russland zu hören ist. Antonow sprach davon, das „Neo-Nazi-Regime“ in der Ukraine zu stürzen und endete mit den Worten, „Es ist einfach unmöglich die Russische Förderation zu schlagen. Der Sieg wird unser sein.“

Rhetorik im Ukraine-Krieg: Russland droht den USA

Diese Ausdrucksweise steht im starken Kontrast zu dem vorsichtigen Kommentar, der den Ausbruch Antonows erst hervorrief. „Wir haben unsere ukrainischen Partner weder ermutigt noch dazu in die Lage versetzt, jenseits ihrer Grenzen zuzuschlagen“, sagte Price. „Alles, was wir der Ukraine zur Verfügung stellen, dient einem einzigen Zweck, nämlich der Selbstverteidigung des Landes.“

Auch aus den russischen Medien tönen regelmäßig Drohungen an den Westen. Erst vor Kurzem drohte Russlands Staats-TV den USA mit atomarer Vernichtung. (vbu)

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