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Russlands Teilmobilisierung: Selenskyj sieht in Putins Soldaten „Kanonenfutter“

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Von: Patrick Freiwah

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Benutzt Wladimir Putin russische Truppen als „Kanonenfutter“ für den Krieg? In einer Ansprache sieht Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Land dennoch unter Druck.

Kiew/Moskau - Kremlchef Wladimir Putin hat vor einigen Wochen eine Teilmobilmachung der russischen Armee angeordnet, um die militärische Stärke im Ukraine-Krieg zu verbessern. Wie ist es Mitte Oktober um die Schlagkraft der russischen Truppen in den umkämpften Gebieten des Nachbarlandes bestellt?

Nach Ansicht von amerikanischen Experten haben die Streitkräfte der Russischen Föderation trotz vermeintlich neuer Offensivkraft weiter mit Problemen zu kämpfen. Das Verteidigungsministerium habe keine angemessenen Bedingungen geschaffen, um den Einsatz der eingezogenen Soldaten an der Front einzugliedern oder auch nur zu verfolgen, analysiert die Denkfabrik „Institute for the Study of War“ (ISW) mit Sitz in Washington, wie merkur.de berichtet.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten als Kanonenfutter? Selenskyj spricht von „Druck“

Ungeachtet der Schilderungen aus den USA bereitet Russland den ukrainischen Streitkräften aufgrund der Teilmobilisierung offenbar große Probleme: „Die Verwendung dieser Menschen durch die russischen Generäle als Kanonenfutter erlaubt es ihnen, den Druck auf unsere Verteidiger erhöhen“, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache. Zudem würde die Truppenaufstockung der Russen einen „spürbaren Druck“ auf die eigene Armee ausüben, führt der Staatschef aus. 

Protestplakat vor der Russischen Botschaft in Berlin: Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj
Protestplakat vor der Russischen Botschaft in Berlin: Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj. © IMAGO/Volker Hohlfeld

Ukraine-Krieg: Chefkommandeur sieht Notwendigkeit, „Feuerkraft der Armee zu erhöhen“

Auch der Chefkommandeur der ukrainischen Armee äußert sich zum Kriegsgeschehen. Die Welt zitiert Valery Saludschny, dass die Lage in den umkämpften Gebieten aus Sicht der Ukraine „kompliziert, jedoch unter Kontrolle“ sei. Die Berichte vom Geschehen an der Front gehen einher mit Bekundungen, dass die Streitkräfte auf weitere Verstärkung aus dem Westen angewiesen seien: „Die Überlegenheit der feindlichen Artillerie zeigt die Notwendigkeit, die Feuerkraft unserer Armee zu erhöhen“, führt Saludschny aus.

Essenziell sei für diesen Zweck die Luftabwehr. Vor wenigen Tagen entsendete Deutschland das erste Luftabwehrsystem vom Typ Iris-T-SLM an die Ukraine. Dort soll es zu Verteidigung ganzer Städte genutzt werden.

Ukraine: Russische Soldaten nach Teilmobilisierung deplatziert und überfordert?

Zum personellen Ausgleich von massiven Verlusten und Rückeroberungen der Ukraine hatte Russland-Präsident Wladimir Putin im September eine Teilmobilisierung von mehreren Hunderttausend Soldaten verkündet. Nun würden manche der eingezogenen Soldaten angeblich ohne Ausbildung und ziemlich schlecht bewaffnet an die Front entsendet. Militärreporter berichten zudem, dass mobilisierte Reservisten in Einheiten geraten, ohne dass die Einsatzorte ordnungsgemäß dokumentiert werden.

Inwieweit diese Informationen der Realität entsprechen? Zwar ist Vorsicht angebracht, wenn Kriegsparteien oder Publikationen von Verbündeten über das verfeindete Lager berichten. Jedoch gibt es auch russische Quellen, die über massive Kritik an dieser militärischen Strategie berichten. (PF)

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