1. Startseite
  2. Politik

Millionen Menschen in Region Odessa wohl wochenlang ohne Strom

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Der Winter erschwert die Bedingungen im Ukraine-Krieg. Hinzu kommt, dass die Stromversorgung des für Millionen Menschen zerstört wurde.

Update vom 11. Dezember, 9.20 Uhr: Nach Drohnenangriffen auf die Hafenstadt Odessa kommt es zu massiven Stromausfällen. „Nach dem nächtlichen Angriff iranischer Drohnen liegen Odessa und andere Städte und Dörfer der Region im Dunkeln“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag in seiner täglichen Videobotschaft. Mehr als 1,5 Millionen Menschen in der Region seien ohne Strom.

Ein Junge untersucht ein zerstörtes russisches Militärfahrzeug. Die Menschen in der Ukraine erleben in diesem Jahr einen Winter im Krieg.
Ein Junge untersucht ein zerstörtes russisches Militärfahrzeug. Die Menschen in der Ukraine erleben in diesem Jahr einen Winter im Krieg. © Ashley Chan/imago

Fast alle Bezirke und Gemeinden der Region Odessa sind von den Stromausfällen betroffen. Die Schäden zu beheben, werde nach Angaben von Regionalgouverneur Maksym Martschenko wahrscheinlich mehrere Wochen dauern. Nach einigen Niederlagen auf russischer Seite greift diese vermehrt die empfindliche, zivile Infrastruktur der Ukraine an. Die Angriffe werden international schwer verurteilt, da sie dazu führen, dass Millionen Menschen im Winter keinen Zugang zu Strom und Heizung haben. Trotzdem kündigte Putin am Donnerstag (08. Dezember) an, die Angriffe fortzusetzen.

Nur stundenweise Strom in der Ukraine – „Alle Wärme- und Wasserkraftwerke beschädigt“

Kiew – Angesichts der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine ist ein Großteil der Stromversorgung zusammengebrochen. Zumindest stundenweise verfügt die Bevölkerung über Strom. Hinzu kommt der eisige Winter, der den Ukraine-Krieg verlangsamt.

Regierungschef Denys Schmyhal warnte am Freitag (09. Dezember) bei einer Kabinettssitzung in Kiew vor Stromabschaltungen – den ganzen Winter lang. „Alle Wärme- und Wasserkraftwerke des Landes wurden beschädigt“, so Schmyhal. Zudem seien 40 Prozent der Hochspannungsnetzanlagen unterschiedlich stark beschädigt. Obwohl sich die Lage aktuell „unter Kontrolle“ befinde, gebe es in den meisten Region noch erhebliche „Einschränkungen in der Stromversorgung“, bilanzierte er.

News zum Ukraine-Krieg: Strom muss priorisiert werden

Ukrainischen Behörden zufolge fällt so der Strom für längere Zeit in der Hafenstadt Odessa aus. „Die Reparaturarbeiten nehmen mehr Zeit in Anspruch als sonst“, teilte der Vizechef des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, mit. Ein nächtlicher Angriff habe die Stadt völlig lahmgelegt.

„Seien wir ehrlich, dass wir diesen Winter ständig unter den Bedingungen eines begrenzten Stromverbrauchs leben werden“, zitierte die Staatsagentur Unian Schmyhal. Deshalb müsse der Strom priorisiert werden. Vorrang habe in erster Linie die kritische Infrastruktur mit Krankenhäusern sowie die Wasser- und Wärmeversorgung.

News zum Ukraine-Krieg: Stromimporte reichen nicht aus, um Versorgung zu gewährleisten

An zweiter Stelle folgt die militärisch-industrielle Versorgung. Erst dann priorisiert der Ministerpräsident kritische Versorgungsobjekte wie Bäckereien oder Molkereien. Die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Strom stehe erst an vierter Stelle.

Auf die bevorstehenden Herausforderungen hatte auch Wolodymyr Kudryzkyj, der Chef des staatlichen Stromnetzbetreibers Ukrenerho, hingewiesen. Zwar könne ein Teil des Defizits mit Stromimporten kompensiert werden, diese reichen aber nicht aus, um die Ukraine flächendeckend zu versorgen. (kas/dpa/afp)

Auch interessant

Kommentare