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Ukraine-Krieg: Russische Soldaten verlieren zunehmend ihre Motivation

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Von: Vincent Büssow

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Immer weniger Soldaten aus Russland wollen im Ukraine-Krieg kämpfen. Das russische Militär setzt neben finanziellen Anreizen auch auf Drohungen und Gewalt.

Moskau – Russland hat offenbar Probleme damit, Soldaten für den Einsatz im Ukraine-Krieg zu finden. Sowohl in der eingenommenen Region Luhansk als auch im Gebiet der Russischen Föderation selbst mangelt es dafür an Motivation, wie die Geheimdienste aus Großbritannien und der Ukraine berichten. Das russische Militär soll deshalb zu brutalen Maßnahmen greifen, um Kämpfer zu gewinnen.

Soldaten der selbsternannten Volksrepublik Luhansk weigern sich in der Donezk-Region zu kämpfen. Dies meldet das britische Verteidigungsministerium in seinem Geheimdienst-Update am Montag (22. August), und bezieht sich auf entsprechende Videoaufnahmen. Auf diesen sei die Behauptung der Soldaten zu hören, dass sie ihre Pflicht mit der Eroberung von Luhansk erfüllt hätten. Trotz Drohungen und Einschüchterungsversuchen wollen sie nicht in dem benachbarten Gebiet kämpfen, welches noch nicht komplett von Russland erobert wurde.

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten die auf einem gepanzerten Fahrzeug auf einer Straße nahe der Grenze zwischen Russland und der Ukraine mitfahren.
Russland soll im Ukraine-Krieg immer größere Schwierigkeiten haben, Soldaten zu rekrutieren. (Archivbild) © Anton Vergun/dpa

Ukraine-Krieg: Russland fehlen die Soldaten

Ähnliches berichtet der Geheimdienst der Ukraine über die Bemühungen in Russland Soldaten zu rekrutieren. Die Gründung einer neuen Militäreinheit in dem Oblast Nischni Nowgorod sei nach knapp zwei Monaten gescheitert, da statt der benötigten 160 Personen nur 30 einen Dienstvertrag unterzeichnet haben sollen.

Russland: Berichte über Zwangsrekrutierung im Ukraine-Krieg häufen sich

In den beiden Fällen soll das russische Militär auf finanzielle Anreize setzen, um willige Einsatztruppen zu finden. So werde Familien von Freiwilligen Soldaten, deren Kinder die Jahrgangsstufen zehn bis elf der Sekundärschule besuchen, in Nischni Nowgrorod ein monatlicher Betrag von 10.000 Rubel angeboten. Umgerechnet beläuft sich dieser Betrag auf 166 Euro, wodurch sich die Zahl der Freiwilligen nicht signifikant erhöhte, wie der ukrainische Geheimdienst mitteilt.

An anderer Stelle greift das Militär in Russland und den selbsternannten Volksrepubliken allerdings auch zu brutalen Mitteln, um die Einheiten im Ukraine-Krieg mit Soldaten zu füllen. So schreibt der ukrainische Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, auf Telegramm, dass „die Besetzer Männer im wehrfähigen Alter zwangsmobilisieren“. Hajdaj berichtet von der Indoktrinierung von Schulkindern sowie Entführungen von Kindern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Erst vor Kurzem hatte das Portal Insider Briefe von Angehörigen russischer Soldaten an die Militärstaatsanwaltschaft des Landes veröffentlicht, in denen ähnliche Vorfälle beklagt wurden. (vbu)

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