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„Sehr ungenau“: Russland setzt alte Sowjet-Raketen ein – mit fatalen Folgen

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Von: Tobias Utz

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Die Verluste in der ukrainischen Zivilbevölkerung häufen sich. Russland zielt auf Infrastruktur und trifft Menschen, mit „sehr ungenauen“ Sowjet-Raketen.

Kiew/Moskau – Die russische Armee greift im Ukraine-Krieg vermehrt aus der Luft an. Jüngstes Beispiel sind die Bombardierungen der Kleinstadt Bilhorod-Dnistrowskyj im Gebiet Odessa, durch welche zahlreiche Menschen starben oder verletzt wurden. Dabei kommen einem Medienbericht zufolge vor allem veraltete Raketensysteme zum Einsatz.

Wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, sollen in mehr als 50 Prozent der Raketenangriffe Geschosse aus alten, sowjetischen Beständen zum Einsatz kommen. Diese sind technologisch teilweise mangelhaft, vor allem sind sie sehr ungenau. Ein Brigadegeneral der ukrainischen Streitkräfte erklärt sich so die hohen Verluste in der Zivilbevölkerung.

Russlands Armee ziele auf wichtige Infrastruktur und treffe Wohnhäuser – wie in Bilhorod-Dnistrowskyj –, betonte der General gegenüber Al Jazeera. Damit weicht seine Analyse von der vieler ukrainischer Politikerinnen und Politiker ab, die Russland unterstellen, absichtlich die Zivilbevölkerung zu beschießen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in diesem Kontext bereits mehrfach von „Terror“.

Ukraine-Krieg: Alte Sowjet-Raketen sind offenbar „sehr ungenau“

„Die Ziele des Feindes sind nach wie vor militärische Einrichtungen, kritische Infrastruktur und Industrie sowie Verkehrsnetze. Gleichzeitig erleidet die Zivilbevölkerung durch die [wenig gezielten] Angriffe erhebliche Verluste“, so der General, der offenbar anonym bleiben will.

Ukraine-Krieg
Die russische Armee griff kürzlich die Stadt Kremenchuk an, mutmaßlich mit veralteten Raketen. © Cover-Images / Imago Images

Eine ähnliche Einschätzung veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium zuletzt. Darin hieß es, dass russische Bomberflugzeuge wahrscheinlich Dutzende von schweren Anti-Schiffs-Raketen aus den 1960er Jahren auf Bodenziele in der Ukraine abgeschossen hätten.

Demnach sei Russland wohl dazu gezwungen gewesen, die 5,5 Tonnen schweren Anti-Schiffs-Raketen einzusetzen, weil es nicht mehr über präzisere moderne Raketen verfüge. Die verwendeten Raketen sind laut der Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums „sehr ungenau“. Sie „können daher schwere Kollateralschäden und Opfer verursachen“, hieß es im Statement.

Sowohl die Einschätzung aus Großbritannien als auch die Analyse des ukrainischen Brigadegenerals lassen sich nicht unabhängig prüfen. (tu)

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