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Russlands Raketenfriedhof in der Ukraine – „faule Zähne eines sterbenden Imperiums“

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Von: Lucas Maier

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Im Ukraine-Krieg wird Russland immer wieder vorgeworfen, geächtete Waffen einzusetzen. Ein Besuch auf einem „Raketenfriedhof“ scheint die Vorwürfe zu bestätigen.

Charkiw – Ein Video zeigt einen riesigen Raketen-Friedhof in der Ukraine. Die Raketen sollen von Russland auf die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw, im Nordosten des Landes abgefeuert worden sein.

Wie viele Raketen aus dem Ukraine-Krieg sich genau auf dem Friedhof befinden, weiß niemand. Es sollen über 5000 sein, wie Igor Ovcharuk, der Leiter der Abteilung für humanitäre Minenräumung der Ukraine im Video sagt. Das genaue Zählen hätten sie irgendwann aufgegeben.

Ukraine-Krieg: Raketen-Friedhof zeigt Ausmaß des russischen Angriffs auf Charkiw.
Ukraine-Krieg: Raketen-Friedhof zeigt Ausmaß des russischen Angriffs auf Charkiw. © Screenshot Video des Verteidigungsministeriums der Ukraine

Ukraine-Krieg: Russland soll Streumunition in Charkiw eingesetzt haben

Die Stadt Charkiw geriet im Ukraine-Konflikt vor allem im Mai unter schweren Beschuss durch die russischen Streitkräfte. Die meisten der Raketenteile auf dem Friedhof stammen aus dieser Zeit, wie Ovcharuk berichtet. Im Video zeigt der Chef der Minenräumung auch sogenannte Clustermunition.

Seit dem Jahr 2010 ist der Einsatz dieser Munition durch eine internationale Konvention untersagt. Russland hat diese Konvention, ebenso wie die Ukraine, bisher nicht unterzeichnet.

Verbotene Munition: Schwere Vorwürfe gegen Russland

Die Clustermunition ist aufgrund ihres hohen Streufaktors international geächtet. In der Munition befinden sich kleine Schrapnelle, die durch die Explosion herausgeschleudert werden. Die Munition kann nicht gezielt gegen rein militärische Ziele eingesetzt werden, sondern sorgt für hohen Schaden bei der Zivilbevölkerung, wie Ovcharuk im Video beschreibt.

Waffen, die nicht zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden können, über dicht besiedeltem Gebiet einzusetzen, gilt weithin als rechtswidrig, wie Bonnie Docherty von der Havrd University gegenüber Newsweek sagte. Über den Einsatz von Clustermunition in Charkiw berichtete auch das interenationale Recherchekolletiv Bellingcat.

Friedhof der Raketen: „Tausende faule Zähne“

Das Verteidigungsministerium der Ukraine schrieb zu dem veröffentlichten Video: „So sehen Tausende fauler Zähne eines sterbenden Imperiums, eines Terrorstaates aus.“ Auch heute steht Charkiw immer wieder unter dem Beschuss der russischen Truppen.

Doch das Kriegsgeschehen verlagert sich mittlerweile weiter in den Süden. Vor allem die Stadt Cherson gilt als schwer umkämpft. Die Angriffe rund um Charkiw seien dagegen mittlerweile weit weniger intensiv, wie Ovcharuk im Video zu verstehen gibt. „Das wird natürlich dadurch beeinflusst, dass ihnen auch [diese Raketen] ausgehen“. (Lucas Maier)

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