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„Ende der Kämpfe möglich“: Altmeister Kissinger gibt Rat für Lösung im Ukraine-Krieg

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Von: Bona Hyun

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Ex-Außenminister Henry Kissinger beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger glaubt an eine Lösung im Ukraine-Krieg. © Markus Schreiber/dpa

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger glaubt an eine Lösung im Ukraine-Krieg. Er rät unter anderem zu Verhandlungen mit Putin.

Davos – Seit dem ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine ersehnen viele das Kriegsende. Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger glaubt trotz unverminderter Kämpfe an eine Lösung des Konflikts. „Ich glaube daran, dass ein Ende der Kämpfe möglich ist, wenn die Vorkriegslinie erreicht ist“, sagt Kissinger bei einer Videoschalte nach Davos zum Weltwirtschaftsforum. Er schlägt vor, die Frontlinie entlang der Krim, Donezk und Luhansk einzufrieren und spricht sich für einen Nato-Beitritt der Ukraine aus.

Ukraine-Krieg: Kissinger glaubt an Friedenslösung sobald sich Frontlinien verfestigen

Kissinger geht davon aus, dass eingefrorene Frontlinien entlang des Donbass einen Waffenstillstand einleiten könnten, berichtet merkur.de. Dann könne man beginnen, mit Russland über „die Lösung des Konflikts“ zu sprechen. Russland hat bislang möglichen Friedensplänen der Ukraine eine Absage erteilt. Doch Kissinger ist überzeugt, dass man so eine Eskalation des Krieges verhindern könnte.

Der Westen habe Kreml-Chef Wladimir Putin starken Zusammenhalt signalisiert – und auch dass Russland seine Ziele „mit konventionellen Mitteln“ nicht werde durchsetzen können. Zwar müsse der Westen die Ukraine militärisch weiterhin unterstützen, doch ab einem gewissen Punkt seien Verhandlungen mit dem Kreml-Chef erforderlich. Kissinger warnte, der Ukraine-Krieg dürfe zu keinem Krieg gegen Russland werden. Moskau müsse die Perspektive gegeben werden, wieder Teil des internationalen Systems zu werden.

Ukraine-Krieg: USA und Finnland sprechen sich für Nato-Beitritt Kiews aus

Entscheidend für ein Kriegsende sei aber auch der Nato-Beitritt der Ukraine. „Vor diesem Krieg war ich gegen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato, weil ich befürchtete, dass damit genau der Prozess in Gang gesetzt würde, den wir jetzt erleben“, so Kissinger. Nun habe er seine Meinung geändert. Das westliche Verteidigungsbündnis solle dem Land nach Friedensgesprächen eine Garantie für eine Mitgliedschaft geben. Gleichzeitig sprach Kissinger Bewunderung für die Ukraine und ihren Präsidenten Wolodymyr Selenskij aus.

Neben Kissinger hat sich auch die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin am Dienstag (17. Januar 2023) in Davos zur Lösung des Ukraine-Kriegs geäußert. Marin ist der Überzeugung, dass es nicht zu einem Krieg gekommen wäre, wenn die Ukraine früher in die Nato aufgenommen worden wäre. Das sei auch der Grund, warum Finnland und Schweden die Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis beantragt hätten. Finnlands Präsident Sauli Niinistö hatte sich zuletzt betont vorsichtig geäußert.

Frühere US-Außenminister Kissinger riet der Ukraine, Donezk und Luhansk aufzugeben

Schon beim vergangenen Weltwirtschaftsforum im Mai 2022 hatte Kissinger seine Ideen für ein Ende des Krieges in der Ukraine präsentiert. Damals gab er der Ukraine den Rat, die Krim sowie die Gebiete in Donezk und Luhansk an Russland abzutreten.

Selenskyj verurteilte die Vorschläge aufs Schärfste. Selenskyj betonte damals, dass die Ukraine weiterkämpfen würde. Ähnlich hatte sich nun auch die First Lady der Ukraine, Olena Selenska, am Dienstagmorgen bei ihrer Eröffnungsrede auf dem Weltwirtschaftsforum geäußert. An der Haltung hat sich also seither nichts geändert. (bohy)

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