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Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht

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Von: Lukas Zigo

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Knapp drei Wochen nach Beginn der russischen Invasion gehen die Kämpfe und Angriffe in der Ukraine weiter. Ein Überblick über die Geschehnisse der Nacht.

Kiew – Am 20. Tag des Ukraine-Konflikts* stiegen in der belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine* durch Beschuss der russischen Truppen die Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung. Mehr als 2300 Menschen kamen nach offiziellen Angaben ums Leben. Einige Städte meldeten am 20. Tag der russischen Invasion neue Angriffe. In einer aufsehenerregenden Protestaktion unterbrach eine Frau mit einem Antikriegsplakat die Hauptnachrichtensendung des russischen Fernsehens am Montagabend (14.03.2022). Der Überblick:

In Mariupol spitzte sich die humanitäre Lage weiter zu, es ist mit vielen zivilen Opfern zu rechnen. Angaben örtlicher Behörden zufolge wurden im südöstlichen Mariupol seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2357 Menschen getötet. Mariupol und seine etwa 400.000 Einwohner sind seit Tagen von russischen Einheiten umzingelt und vom Rest des Landes abgeschnitten.

Ukraine-Konflikt - Getroffenes Wohnhaus in Kiew
Ein Mann mit einer Aktentasche wird in der Nähe eines Kiewer Wohnhauses gesehen, das von der russischen Armee beschossen wurde. © Sergei Chuzavkov/dpa

Ein Berater des Bürgermeisters von Mariupol, Petro Andrjuschtschenko, nannte die Lage in der Stadt „unmenschlich“: „Kein Essen, kein Wasser, kein Licht, keine Wärme.“ Er befürchtet viel mehr Tote – mit zunehmender Intensität der Angriffe könnte die Zahl er Opfer bis zu 20.000 betragen.

Ukraine-Krieg: Mariupol gilt als Symbol des ukrainischen Widerstandes

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* sagte, bereits drei Tage lang würden 100 Tonnen Lebensmittel, Wasser und Medikamente für Mariupol nicht zur Stadt durchgelassen. Die Regierung in Kiew* werde jedoch alles versuchen, um den Menschen zu helfen. Auch Evakuierungsmärsche scheiterten bisher weitgehend.

Ukraine-Krieg: Nur sieben der geplanten zehn Fluchtkorridore funktionierten

Die zwischen beiden Seiten vereinbarten Fluchtkorridore aus besonders umkämpften Städten und Dörfern, sollten der Evakuierung der Zivilbevölkerung dienen. Am Montag funktionierten in der Ukraine nur sieben der geplanten zehn Fluchtkorridore. Dabei seien rund 4000 Menschen in sichere Gebiete gebracht worden, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben der Agentur Unian. Die meisten Zivilisten – gut 2000 – kamen demnach aus der Region Kiew.

Zudem warfen die ukrainischen Behörden Russland* vor, Fahrzeuge mit flüchtenden Zivilisten aus dem Ort Hostomel bei Kiew mit Mörsern beschossen zu haben. Dabei seien eine Frau getötet und zwei Männer verletzt worden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Russischer-Angriffskrieg: Ukraine meldet neun Tote bei Angriff auf Fernsehturm bei Riwne

Bei einem Angriff auf einen Fernsehturm unweit der Großstadt Riwne wurden ukrainischen Angaben zufolge neun Menschen getötet. Durch den Raketeneinschlag seien im Ort Antopil im Nordwesten der Ukraine am Montagmorgen zudem neun weitere Menschen verletzt worden, teilte die regionale Militärverwaltung mit.

Neben dem Fernsehturm sei auch ein nahe gelegenes Verwaltungsgebäude getroffen worden. Russische Truppen beschossen in der Vergangenheit bereits Fernsehtürme in Kiew und in Charkiw.

Russland: Kriegsgegnerin unterbricht Nachrichten in Russlands Staats-TV

Eine Frau unterbrach mit einem Anti-Kriegs-Plakat und lauten Rufen die abendliche Hauptnachrichtensendung des russischen Staatsfernsehens. Während der Live-Übertragung am Montagabend sprang die Kriegsgegnerin hinter der Nachrichtensprecherin ins Bild. Sie hielt ein Schild mit den Worten: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen.“ Dazu reif sie mehrmals laut: „Nein zum Krieg!“ Der Sender schaltete auf einen Videobeitrag um. Nach Medienberichten ist die Frau eine Mitarbeiterin des Staatsfernsehens.

Den Medien ist es in Russland verboten, den russischen Einmarsch in die Ukraine als „Krieg“ oder „Invasion“ zu benennen. Offiziell ist stattdessen von einer „militärischen Spezialoperation“ die Rede.

Ukrainischer Präsident Selenskyj: Russland erkennt, dass es mit dem Krieg nichts erreicht

Der Präsident der Ukraine will die Schuldigen für die schweren Kriegshandlungen in seinem Land ohne Nachsicht zur Verantwortung ziehen. „Wir arbeiten mit den Partnern an neuen Strafmaßnahmen gegen den russischen Staat“, sagte er in einer Videobotschaft. Russland beginne zu erkennen, dass es mit dem Krieg nichts erreichen werde*.

„Einen solchen Widerstand hatten sie nicht erwartet. Sie glaubten ihrer Propaganda, die seit Jahrzehnten über uns lügt.“ Das russische Militär sei definitiv verantwortlich für Kriegsverbrechen, für eine „bewusst geschaffene humanitäre Katastrophe“ in ukrainischen Städten, sagte Selenskyj.

Orthodoxe Kirche im Ukraine-Krieg: Den Feind zu töten, ist keine Sünde

Knapp die Hälfte aller Ukrainerinnen und Ukrainer (45,7 Prozent) gehören konfessionell der ukrainisch-orthodoxen Kirche an. Diese betrachtet den Kampf der ukrainischen Armee gegen das russische Militär nicht als Sünde. „Wir als Volk streben nicht nach dem Tod derer, die unsere Nachbarn sind. Aber da sie in unser Haus gekommen sind, schützen wir unsere Familie, unsere Heimat, unser Land“, wurde Kirchenoberhaupt Metropolit Epifani in der Nacht zu Dienstag (15.03.2022) von der Onlinezeitung Ukrajinska Prawda zitiert.

Die ukrainischen Soldaten seien zum Schutz aller Ukrainer da. „Sich zu verteidigen, den Feind zu töten – das ist keine Sünde“, sagte Metropolit Epifani demnach. „Und wer mit dem Schwert zu uns gekommen ist, wird durch dieses Schwert sterben.“

Das wird am Dienstag wichtig: In der Ukraine soll es neue Versuche geben, Zivilisten aus umkämpften Städten herauszubringen. In Deutschland will sich das Statistische Bundesamt zu den Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland auf den Handel zwischen den beiden Ländern äußern. Die Wiesbadener Behörde legt dabei Daten des vergangenen Jahres und vom Januar 2022 zugrunde. (lz/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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