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Gesandter Selenskyjs rechnet mit EU-Kandidatenstatus für Ukraine

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Von: Lucas Maier

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EU-Beitritt der Ukraine: In Berlin zeigt sich der Sondergesandte zuversichtlich.
EU-Beitritt der Ukraine: In Berlin zeigt sich der Sondergesandte zuversichtlich. © Fabian Sommer/dpa

Die Ukraine erhofft sich einen Beitritt in die EU. Einer Kandidatur müssen jedoch erst alle Mitgliedsstaaten zustimmen. Einer Gesandter gibt sich optimistisch.

Berlin – Bereits seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine, wirbt Präsident Wolodymyr Selenskyj für eine Aufnahme in die EU. Eine EU-Mitgliedschaft soll Schutz vor Russland bringen, so die Hoffnung.

Um in die Europäische Union eingegliedert zu werden, muss ein Land erst den Kandidatenstatus erreichen. Hierfür spricht die EU-Kommission eine Empfehlung aus. Im Rat der Europäischen Union müssen dann alle 27 Mitgliedsstaaten für die Erteilung des Kandidatenstatus stimmen, erst dann wird dieser erteilt.

Ukraine-Krieg: Sondergesandter geht von einer breiten Zustimmung aus

Der ukrainische Minister für regionale Entwicklung, Oliksej Tschernyschow, zeigte sich nach zweitägigen Gesprächen in Berlin zuversichtlich. Der Sondergesandte der Ukraine gehe davon aus, dass sich alle 27 Mitgliedsstaaten, bei ihrem Gipfeltreffen am 23. und 24. Juni in Brüssel, für die Erteilung des Kandidatenstatus aussprechen.

Auch von Deutschland erwartet der Politiker Zustimmung. „So wie wir es verstehen, werden sie nicht im Weg stehen, wenn der Bericht [der EU-Kommission] positiv ausfällt“, sagte Tschernyschow. Wenn ein Kandidatenstatus erreicht ist, kann es jedoch noch Jahre dauern, bis ein Land in die EU aufgenommen wird.

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EU-Beitritt der Ukraine: Deutschland hält sich öffentlich noch zurück

Insgesamt reisen derzeit vier Sondergesandten Selenskyjs durch Europa, um für eine Beitrittsperspektive der Ukraine werben. Am Dienstag (7. Juni) und Mittwoch (8. Juni) sprach Tschernyschow mit mehreren Vertreter:innen in Berlin.

Deutschland hat sich, im Gegensatz zu manch anderen Mitgliedsstaaten, noch nicht komplett für einen Kandidatenstatus der Ukraine ausgesprochen. „Vielleicht ist die Entscheidung noch nicht ganz getroffen“, sagte Tschernyschow, der sich einer baldigen Zustimmung bereits sicher ist. In Berlin ging es jedoch nicht nur um den EU-Beitritt, der Sondergesandte beklagte auch, dass die angekündigten schweren Waffen aus Deutschland, bisher nicht in der Ukraine angekommen seien. (Lucas Maier mit dpa)

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