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Nächster rätselhafter Todesfall in Russland: Eisenbahnmanager tot aufgefunden

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Von: Ares Abasi

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Ein russischer Manager wird erschossen. Doch die Umstände sind mysteriös.
Ein russischer Manager wird erschossen aufgefunden. Doch die Umstände sind mysteriös. (Symbolfoto) © KIRILL KUDRYAVTSEV/afp

Nach einer Serie unerklärlicher Todesopfer stirbt nun ein russischer Eisenbahn-Manager. Es scheint Selbstmord zu sein. Doch vieles spricht dagegen.

Moskau – Der Manager eines Unternehmens, das angeblich russische Militärausrüstung für den Krieg in der Ukraine transportierte, ist tot aufgefunden worden. Pavel Pchelnikov war Kommunikationsdirektor bei Digital Logistics, einer Tochtergesellschaft der russischen Eisenbahnen. Die Leiche des 52-Jährigen wurde am Mittwoch (26. September) um 6.30 Uhr Ortszeit auf dem Balkon seiner Wohnung im Zentrum Moskaus gefunden, berichtet die Lokalzeitung Moskowski Komsomolez.

Die Polizei untersucht den Todesfall. Russische Medien berichteten, dass die Art seiner Verletzungen auf einen Selbstmord schließen lasse, ohne dies näher zu erläutern. Die Website Top Cargo 200, die mit Hilfe von Open-Source-Informationen den Tod hochrangiger russischer Offiziere im Krieg in der Ukraine aufspürt und publik macht, erklärte jedoch, dass Pchelnikov durch einen Schuss getötet worden sei. Diese Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig prüfen.

Russland: Eisenbahnmanager soll harten Vorwürfen ausgesetzt worden sein

Laut Top Cargo 200 wird Digital Logistics dafür verantwortlich gemacht, die Infrastruktur des russischen Eisenbahnnetzes nicht vor Hackern aus der Ukraine geschützt zu haben, was zu Verzögerungen bei der Versorgung der russischen Truppen mit wichtigen Gütern führte.

Bei dem Todesfall in Russland handelt es sich nicht um den ersten unter ranghohen Beamten in diesem Jahr. Vor allem seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts sind mehrere russische Oligarchen gestorben – teilweise unter sehr mysteriösen Umständen.

Ukraine-Krieg: Viele unerklärliche Todesopfer in Russland

Der 60-jährige Gazprom-Manager Leonid Shulman wurde im Januar tot im Badezimmer eines Hauses im Dorf Leninsky im Leningrader Gebiet aufgefunden, neben einem Zettel, der die Polizei zu der Annahme veranlasste, dass er durch Selbstmord starb. Im selben Dorf wurde im darauf folgenden Monat der stellvertretende Generaldirektor des Unified Settlement Center for Corporate Security von Gazprom, Alexander Tyulyakov, tot aufgefunden.

Im Juli wurde die Leiche von Juri Woronow mit einer Schusswunde im Kopf, einer Pistole in der Nähe und Patronenhülsen auf dem Grund des Pools auf seinem Grundstück in der Region Leningrad gefunden. Der 61-Jährige war der Gründer des Transport- und Logistikunternehmens Astra-Shipping, das an Gazprom-Verträgen in der Arktis beteiligt war.

Ukraine-Krieg: Todesfälle unter russischen Oligarchen und Geschäftsleuten häufen sich

Im Mai wurde Alexander Subbotin, der milliardenschwere ehemalige Topmanager des russischen Ölproduzenten Lukoil, staatlichen Medienberichten zufolge tot in der Wohnung eines Schamanen in Mytischtschi, nordöstlich von Moskau, aufgefunden.

Diese Reihe von russischen Geschäftsleuten, die seit dem Beginn der Invasion in der Ukraine unter ungewöhnlichen Umständen zu Tode gekommen sind, hat für Wellen der Entrüstung und nicht enden wollende Spekulationen gesorgt. So erklärte der russische Bankier German Gorbuntsov in seinem Dokumentarfilm zum Thema, dass die vielen Todesfälle „kein Zufall“ seien. (Ares Abasi)

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