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„Von der Krim bis zum Donbass“: Ukraine kündigt Großoffensive an

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Von: Vincent Büssow

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Seit der Rückeroberung von Cherson bleiben die Erfolge der Ukraine aus. Der Leiter des Geheimdienstes zeigt sich trotzdem siegesgewiss.

Kiew – Der ukrainischen Militärführung mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ertönt aus Kiew stetig das Mantra, dass Frieden nur zu den eigenen Bedingungen möglich sei. Gemeint ist dabei vor allem die Wiederherstellung der Grenzen, wie sie vor der Annexion der Krim bestanden. Die Situation an der Front stützt diese Siegesgewissheit, wobei seit der Rückeroberung von Cherson über die nächste Offensive der Ukraine spekuliert wird. Der Leiter des militärischen Geheimdienstes, Kyrylo Budanow, geht jetzt noch einen Schritt weiter – und kündigt den Sieg über Russland an.

Geheimdienstchef der Ukraine: „Endgültige Niederlagen“ im Frühling

Im Interview mit ABC News sagte Budanow, dass die Ukraine einen großen Vorstoß im kommenden Frühling plane. Die „heißeste“ Phase des Kriegs erwarte er dementsprechend im März. „Das ist der Zeitpunkt, an dem wir die Befreiung weiterer Gebiete erleben und der Russischen Föderation die endgültigen Niederlagen zufügen werden“, sagte er. Dies werde in der gesamten Ukraine geschehen, „von der Krim bis zum Donbass“.

Ähnliche Ankündigungen waren in der Vergangenheit sowohl aus Kiew als auch aus Moskau bereits mehrfach zu hören, wobei die Konsequenzen ausblieben. Und obwohl auch Budanows Prognose in erster Linie als PR-Maßnahme zu betrachten sein sollte, hat der Geheimdienstchef durchaus Grund für seinen Übermut.

Panzerlieferungen im Ukraine-Krieg: „Erhebliche Verbesserung der Kampffähigkeit“

So ging es in dem Interview mit ABC News auch um den Bruch des Panzer-Tabus bei westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. In Bezug auf die Ankündigung der USA, Schützenpanzer vom Typ Bradley nach Kiew zu senden, sagte Budanow, „dies wird die Kampffähigkeit unserer Einheiten erheblich verbessern.“ Frankreich und Deutschland wollen ähnliche Fahrzeuge liefern.

Artilleristen bei einem Kampfeinsatz im Norden der Region Charkiw. Aufnahme vom 5. Oktober 2022.
Laut dem Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes plant die Ukraine ihre nächste Großoffensive gegen Russland. (Archivbild) © Vyacheslav Madiyevskyi/imago

Neben der Zukunft der Ukraine sprach Budanow auch über seine Einschätzungen dazu, wie ein Nachkriegs-Russland aussehen kann. Man solle sich nicht vor einer „Transformation“ Russlands fürchten, sagte er. „Diese wird der ganzen Welt nutzen.“ Das Regime von Wladimir Putin nannte er zudem eine „Lachnummer“, das keine Bedrohung für die Welt mehr darstelle. Das einzige bestehende Problem seien dessen Atomwaffen. Er plädierte deshalb für eine Denuklearisierung Russlands. (vbu)

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