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Russland will Ölembargo nicht akzeptieren – und baut Schattenflotte auf

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Von: Helena Gries

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Das von der EU beschlossene Ölembargo gegen Russland ist aus Kiewer Sicht nicht entschlossen genug. Russland baut derweil eine Schattenflotte auf.

Kiew/Moskau – Ab 5. Dezember soll kein Öl mehr über den Seeweg in die EU fließen. Das von der EU beschlossene Ölembargo gegen Russland tritt in Kraft. Zudem wurde gemeinsam mit den G7-Ländern ein Preisdeckel auf russisches Öl beschlossen.

Russland will die westlichen Sanktionen im Rahmen des Ukraine-Konfliktes jedoch nicht akzeptieren und baut Medienberichten zufolge eine Flotte aus Tankern auf, um den Rohstoff offenbar in andere Weltregionen zu befördern. Derweil kommt auch aus Kiew Kritik für den Öl-Preisdeckel.

Ölembargo: Russland kauft alte Tanker, um Rohstoff weltweit zu verschiffen

Moskau soll als Reaktion auf das von westlichen Staaten beschlossene Ölembargo reihenweise alte Öltanker aufgekauft haben. So will Russland sein Erdöl wohl noch häufiger als bislang in andere Weltregionen verschiffen - den westlichen Sanktionen zum Trotz. Das geht aus einem Bericht der britischen Tageszeitung Financial Times hervor, welche sich auf Daten des Schiffsbrokers Braemar und das Energieberatungsunternehmen Rystad beruft.

Demnach soll Moskau im Laufe des Jahres bereits eine Schattenflotte mit mehr als hundert gebrauchten Tankern aufgebaut haben. Ein Teil der Tanker soll Berichten der Financial Times zufolge aus nahestehenden Staaten wie Iran oder Venezuela stammen. Diese Länder werden ebenfalls vom Westen sanktioniert. Die Schiffe seien meist 12 bis 15 Jahre alt und wären in den kommenden Jahren verschrottet worden, soll ein Experte des Schiffsbrokers Braemar gegenüber der britischen Tageszeitung geäußert haben.

Als mögliche Ziele für die russischen Öl-Lieferungen werden Staaten wie China und Indien genannt, deren Regierungen sich noch nicht öffentlich zum Ölpreisdeckel positioniert haben.

Kritik aus der Ukraine: Selenskyj empfindet Ölpreisdeckel als zu hoch

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat unterdessen den von westlichen Staaten beschlossenen Preisdeckel für russisches Öl als zu hoch kritisiert. Mit der vereinbarten Obergrenze von 60 US-Dollar pro Barrel (je 159 Liter) fließe weiterhin zu viel Geld in Russlands Haushalt und damit in den Krieg gegen sein Land, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Samstagabend (3. Dezember). Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Welt zu noch härteren Sanktionsinstrumenten gegen Moskau greifen müsse. (hg/dpa)

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