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Normandie-Comeback: Spanien lockt Scholz und Macron für Friedensgespräche mit Putin

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Von: Vincent Büssow

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Vor der Invasion galt das Normandie-Format als Hoffnungsträger im Ukraine-Konflikt. Kehrt es jetzt zurück? Spanien pocht auf Friedensverhandlungen mit Putin.

Davos – Im Ukraine-Krieg scheinen Verhandlungen in weiter Ferne zu liegen. In Kiew wird man nicht müde zu betonen, dass es nur durch die vollständige Wiederherstellung des eigenen Territoriums Frieden geben kann. Putin hingegen hält offenbar nach wie vor an seinen Kriegszielen fest, die damit nicht vereinbar sind.

Die zaghaften Vermittlungsversuche der ersten Kriegsmonate sind dementsprechend eingefroren. Erst vor Kurzem attestierte der Osteuropa-Historiker Karl Schlöger Verhandlungsbefürwortern im Ukraine-Konflikt eine „völlige Unkenntnis der Lage“. Nun aber könnte aber das Normandie-Format zurückkehren, berichtet merkur.de.

Russlands Präsident Putin
Verhandlungen mit Putin scheinen für viele aussichtslos. Der spanische Ministerpräsident Sánchez plädiert trotzdem für Gespräche im Ukraine-Krieg, und setzt auf Scholz und Macron. (Archivbild) © Aleksey Babushkin/dpa

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Sánchez will „Kontakt mit Putin aufrechterhalten“

Der Impuls für die mögliche Wiederbelebung des Formats kam am Mittwoch (19. Januar) vom spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Dieser sprach sich am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos für Verhandlungen mit Wladimir Putin zur Beendigung des Ukraine-Kriegs aus. „Es ist wichtig, dass wir den Kontakt mit Putin aufrechterhalten“, sagte er gegenüber CNN. Er plädiere sehr dafür, dass die Regierungen in Deutschland und Frankreich dabei die Führung übernehmen. Beide Nationen waren essenzieller Bestandteil des Formats.

Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine: Rückkehr zum Normandie-Format?

Vor dem russischen Einmarsch galt das Normandie-Format als wichtigster Mechanismus für Gespräche zwischen Russland und der Ukraine. Es wurde im Jahr 2014 etabliert, nach der russischen Annexion der Krim. Vertreter von Russland, der Ukraine, Frankreich und Deutschland kamen dabei zusammen, um über ein Ende des Ukraine-Konflikts zu sprechen, der sich damals noch auf den Osten des Landes beschränkte. Zuletzt fand ein Treffen dieser Art am 10. Februar 2022 statt – zwei Wochen vor der Invasion.

Sánchez sagte nun, dass die übrigen EU-Mitglieder Paris und Berlin bei einer solchen Initiative unterstützen würden. Er selbst hat bereits am Donnerstag die Gelegenheit, zumindest an einen der Format-Teilnehmer persönlich zu appellieren. Er und Macron treffen sich nämlich in Barcelona, um ein französisch-spanisches Freundschaftsabkommen zu unterzeichnen. Es bleibt abzuwarten, welche Töne im Nachhinein vom französischen Präsidenten kommen. (vbu)

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