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„Die Säuberung läuft“: Russland nimmt wohl Swjatohirsk ein - Moskau hinter orthodoxen Heiligtümern her?

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Von: Stephanie Munk

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Putins Armee hat im Ukraine-Krieg offenbar ein Erfolg gemeldet. Die Stadt Swjatohirsk soll eingenommen worden sein. Der News-Ticker.

Update vom 7. Juni, 8.01 Uhr: Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge im Süden des Landes mehrere Luftangriffe auf russische Stellungen geflogen. „Ukrainische Hubschrauber haben Schläge gegen Ansammlungen feindlicher Truppen im Gebiet Cherson geführt - und Flugzeuge gegen Munitionsdepots im Gebiet Mykolajiw“, teilte der Generalstab am Dienstag mit. Die ukrainische Luftwaffe wurde bisher im Ukraine-Krieg wegen der russischen Luftüberlegenheit nur spärlich eingesetzt.

An der Grenze der Schwarzmeer-Gebiete Mykolajiw und Cherson hatten die ukrainischen Truppen zuletzt mehrere Ortschaften zurückerobert. Eine Gegenoffensive Russlands in Richtung Losowe - Bila Krynyzja sei trotz Artillerie- und Luftwaffenunterstützung erfolglos gewesen, hieß es im Bericht des Generalstabs. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

Ukraine-Krieg: Wichtige ukrainische Stadt durch Separatisten erobert

Update vom 7. Juni, 6.11 Uhr: Im Ukraine-Konflikt haben das russische Militär und die von Moskau unterstützten Separatisten eigenen Angaben zufolge die ukrainische Stadt Swjatohirsk (Swjatogorsk) eingenommen. „Swjatogorsk ist praktisch befreit. Und es läuft die Säuberung“, sagte der Anführer der Separatistenregion Donezk, Denis Puschilin, am Montagabend im russischen Stadtfernsehen. Dort liegt das zuletzt auch beschossene Erzkloster Mariä-Entschlafung, das zu den wichtigsten Heiligtümern der russischen Orthodoxie gehört.

Der Moskauer Patriarch Kirill, der den Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt, steht seit langem im Ruf, die alten religiösen Stätten in der Ukraine für die russisch-orthodoxe Kirche unter seinem Einfluss halten zu wollen. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hatte zuvor erklärt, dass die Eroberung der Stadt in den letzten Zügen sei.

Eine Bestätigung von ukrainischer Seite, dass Swjatohirsk aufgegeben ist, gab es zunächst nicht. Allerdings hatte der ukrainische Generalstab am Morgen über schwere Kämpfe im Donezker Gebiet um die Stadt berichtet.

Milizsoldaten der Volksrepublik Lugansk feuern bei Popasna mit einer D-20-Haubitze auf Positionen der ukrainischen Armee
Milizsoldaten der Volksrepublik Lugansk feuern bei Popasna mit einer D-20-Haubitze auf Positionen der ukrainischen Armee (Foto vom 6. Juni 2022) © Viktor Antonyuk/imago

Ukraine-Krieg: Warnung vor Cholera-Ausbruch in Mariupol

Update vom 6. Juni, 18.19 Uhr: Das ukrainische Gesundheitsministerium warnt nun vor einem Cholera-Ausbruch in Mariupol. Das berichtet unter anderem der Kyiv Independent. Vize-Gesundheitsminister Ilhor Kuzin sprach demnach von einer „kritischen Situation“ im russisch besetzten Mariupol und machte dafür einerseits den begrenzten Zugang zu frischem Wasser und andererseits die Massenbestattungen verantwortlich.

Einheimische versammeln sich, um Trinkwasser zu erhalten, das vom russischen Ministerium für Notsituationen in Mariupol, einem Gebiet unter der Regierung der Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine, verteilt wurde.
Einheimische versammeln sich, um Trinkwasser zu erhalten, das vom russischen Ministerium für Notsituationen in Mariupol, einem Gebiet unter der Regierung der Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine, verteilt wurde. (Foto vom 27. Mai) © Alexei Alexandrov/dpa

Update vom 6. Juni, 11.55 Uhr: In der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine hat sich die Situation für die ukrainischen Truppen wieder verschlechtert. „Die Kämpfe verlaufen ziemlich dynamisch“, sagte der Militärgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, im ukrainischen Fernsehen. Nach der Zurückeroberung von etwa der Hälfte der Stadt hätten sich die ukrainischen Einheiten nun wieder ins Industriegebiet zurückziehen müssen.

„Sie haben eine Taktik: einfach alles dem Erdboden gleich machen, damit nichts übrig bleibt, um sich festzusetzen“, beschrieb Hajdaj das Vorgehen der russischen Truppen. In Sjewjerodonezk sollen noch etwa 15.000 Zivilisten ausharren. In der Nacht war bekannt geworden, dass Präsident Selenskyj im benachbarten Lyssytschansk persönlich Orden an Soldaten verliehen habe.

Im Gebiet von Luhansk stehen dem ukrainischen Militär zufolge etwa ein Dutzend Ortschaften unter schwerem Beschuss durch Artillerie und Mörser. Der ukrainische Generalstab berichtete zudem über schwere Kämpfe im Donezker Gebiet um Swjatohirsk. Bei der Stadt Bachmut seien Luftangriffe geflogen worden.

Ukraine-Krieg: Erneut Raketen auf Kiew - Was bezweckt Putin?

Update vom 6. Juni, 10.27 Uhr: Erneut fielen am Sonntag (5. Juni) russische Bomben auf Kiew - nachdem Putins Armee sich in den Wochen davor vor allem auf die Eroberung des Ostens der Ukraine konzentriert hatte. Warum die erneute Attacke auf die Hautstadt?

Der britische Geheimdienst hat am Montag (6. Juni) eine Theorie dazu veröffentlicht, und zwar in seinem Lagebericht zum Ukraine-Krieg. Demnach sei es Putin mit seinen Luftangriffen auf Kiew darum gegangen, die Versorgung der Ukraine mit westlichen Waffen zu unterbrechen. Die Bomben hätten der Schieneninfrastruktur von Kiew gegolten, weshalb dieser Versuch naheläge.

Ukraine-Krieg: Russischer Ort nahe ukrainischer Grenze offenbar beschossen

Update vom 6. Juni, 9.28 Uhr: Eine nahe an der Grenze zur Ukraine gelegene Ortschaft im Westen Russlands ist nach russischen Angaben erneut beschossen worden. „Tote und Verletzte hat es nicht gegeben“, teilte Gouverneur Roman Starowoit am Montag (6. Juni) auf seinem Account im sozialen Netzwerk vkontakte mit. Seinen Angaben nach wurde im Ort Tjotkino in der Region Kursk vor allem eine Brücke beschossen. Getroffen habe es aber auch ein Wohnhaus und die lokale Zuckerfabrik. Ein Auto brannte aus.

Den Bildern nach zu urteilen, wurde eine Eisenbahnbrücke durch die Einschläge zerstört. Das russische Militär nutzt die Eisenbahn in den Grenzregionen für den Nachschub der eigenen Truppen in der Ukraine.

Es ist nicht das erste Mal, dass Tjotkino unter Beschuss geraten ist. Mitte Mai kam ein Zivilist bei einem solchen Angriff ums Leben. Die russische Führung, die den Ukraine-Krieg selbst am 24. Februar begonnen hat, beklagt seit Wochen immer wieder ukrainische Angriffe auf das eigene Staatsgebiet.

Ukraine-Krieg: Russischer General fällt offenbar an der Front

Kiew - Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben einen weiteren hochrangigen russischen Offizier im Generalsrang getötet. Der Kommandeur des 1. Armeekorps der separatistischen Donezker Volksrepublik, Generalmajor Roman Kutusow, sei „offiziell entnazifiziert und entmilitarisiert“ worden, teilte die Verwaltung für strategische Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte laut dem Online-Portal Ukrajinskaja Prawda in der Nacht zum Montag mit. Über den Tod Kutusows hatte zuerst ein Korrespondent des russischen Staatsfernsehens berichtet.

General Roman Kutuzow wurde offenbar im Ukraine-Krieg getötet.
General Roman Kutuzow wurde offenbar im Ukraine-Krieg getötet. © Yuri Smityuk/Itar Tass/Imago

Kutusow soll gefallen sein, während er einen russischen Angriff auf eine Ortschaft nahe Popasna leitete. Der Ort liegt im Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine. Die ukrainische Seite hatte zuvor berichtet, die russische Attacke sei abgewehrt worden und der Feind habe sich unter „erheblichen Verlusten“ zurückziehen müssen.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs am 24. Februar sind schon mehrere Moskauer Generäle gefallen. Offizielle russische Quellen haben den Tod von vier Generälen bestätigt. Die Ukraine sprach sogar von mindestens sieben getöteten russischen Generälen - allerdings tauchten zwei davon nach der ukrainischen Todesmeldung lebend wieder auf.

Erst vor wenigen Wochen hat die ukrainische Armee den ranghohen russischen Luftwaffenoffizier, Kanamat Botaschow, in seinem Flugzeug mit einer Stinger-Rakete abgeschossen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj besucht Armee im Donbass

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag (5. Juni) seine Armee im Osten des Landes besucht. In einem in der Nacht veröffentlichten Video sagte Selenskyj, dass er zusammen mit seinem Bürochef Andrij Jermak eine Rundreise in den umkämpften Gebieten Donezk und Luhansk gemacht und dabei die Frontstädte Lyssytschansk und Soledar besucht habe.

Lyssytschansk liegt am Fluss gegenüber der derzeit hart umkämpften Stadt Sjewerodonezk. Sjewjerodonezk ist die letzte größere Stadt der Region Luhansk, die Russland noch nicht erobert hat. Erklärtes Ziel der russischen Streitkräfte ist es, die gesamte Donbass-Region, zu der auch die Region Donezk gehört, einzunehmen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj dankt Soldaten - „Wahre Helden sind unter uns“

Vom Präsidialamt hieß es, Selenskyj habe in der Region mit Bewohnern und Soldaten gesprochen. „Ich möchte Ihnen für Ihre großartige Arbeit, für ihren Dienst danken, dafür, dass sie uns alle, unseren Staat beschützen“, sagte Selenskyj laut Präsidialamt vor den Soldaten. „Ich bin jedem dankbar“, fügte er hinzu. „Passen Sie auf sich auf.“

Das Präsidialamt in Kiew erklärte, bei seinem Arbeitsbesuch im Donbass habe Selenskyj „sich mit der Einsatzsituation an der Verteidigungsfrontlinie vertraut“ gemacht. „Ich bin stolz auf jeden, den ich getroffen habe, dem ich die Hand geschüttelt habe, mit ich mich ausgetauscht habe, den ich unterstützt habe“, sagte Selenskyj nach dem Besuch in seiner abendlichen Ansprache.

Ukraine-Krieg: Selenskyj besucht Saporischschja und spricht mit Mariupol-Flüchtlingen

Der Präsident hatte nach eigenen Angaben auch die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine besucht und dort mit Flüchtlingen aus der stark zerstörten Stadt Mariupol gesprochen. Meist seien es Frauen und Kinder ohne ihre Männer und Väter.„Der Ehemann von einer ist in den Krieg gezogen, einer ist in Gefangenschaft geraten, einer starb unglücklicherweise“, sagte Selenskyj. „Aber wir müssen für die Kinder weiter leben. Wahre Helden - sie sind unter uns.“

Selenskyj war zuletzt Ende Mai an der Frontlinie. Der russische Staatschef Wladimir Putin hat hingegen bislang seine Truppen im Ukraine-Krieg nicht besucht. Am Sonntag (5. Juni) sind in Kiew nach Wochen wieder Raketen eingeschlagen - es war der schwerste Angriff seit Wochen. dpa/AFP

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