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Ukraine-Krieg: Mühsame Geländegewinne der russischen Truppen

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Von: Peter Rutkowski

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Das Foto vom 5. Mai zeigt Rauch über dem Stahlwerk Azowstal in Mariupol.
Das Foto vom 5. Mai zeigt Rauch über dem Stahlwerk Azowstal in Mariupol. © dpa

Die Kämpfe im Ukraine-Krieg gehen mit unverminderter Härte weiter, die Gegenoffensive bei Odessa kommt voran.

Mariupol/Kiew – Alle Zivilpersonen konnten an diesem Wochenende aus dem von russischen Truppen belagerten Asowstal-Werk in Mariupol gerettet werden. Von UN und ICRC organisierte Konvois konnten die Menschen herausbringen, nachdem die meisten von ihnen das fast kontinuierliche Bombardement über mehr als zwei Monate hinweg in den Kellern der weitläufigen Industrieanlage hatten aushalten müssen. Noch wird dort weitergekämpft.

Die Angehörigen der in dem Werk noch verbarrikadierten Soldaten und Nationalgardisten richten nun flehentliche Bitten an die Regierung in der Ukraine und die internationale Gemeinschaft, die Männer herauszuholen. Unter den rund 1000 Marineinfanteristen, Mitgliedern des Azow-Regiments und anderen Militärs sollen mehrere hundert Verletzte sein.

Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Krieg: Widerstand in Mariupol hat Symbolcharakter

In einem improvisierten Untergrund-Hospital werden nach Berichten der Soldaten immer mehr Amputationen vorgenommen, das Essen und Medikamente gehen zur Neige. Die Ukrainer ziehen sich offenbar immer weiter in das Gewirr aus Gewölben und Bunkern zurück. Dabei sollen sie ihre Toten sogar mitschleppen, damit diese nicht den Russen in die Hände fallen.

Aufgeben wollen die Eingekesselten aber nicht. Über die Sozialen Netzwerke abgesetzte Nachrichten besagen, dass sie nicht bereit sind zu kapitulieren – aber auch nicht mehr viel den russischen Vorstößen entgegenzusetzen haben. Umso drängender werden die Rufe nach ihrer Rettung aus Mariupol. Der Widerstand hat inzwischen keine strategische Bedeutung mehr. Er fungiert mehr als Symbol des ungebrochenen ukrainischen Widerstands auch nach mehr als zehn Wochen Kämpfen mit den Invasoren aus Russland.

Gegenoffensive in der Ukraine: Zahlreiche Rückschläge für Russland

Kiew meldete am Sonntag, man habe mittels einer Bayraktar-Drohne ein weiteres russisches Schiff im Schwarzen Meer versenken können. Auf Twitter verbreitete Zielkamera-Aufnahmen belegen zumindest, dass das Schiff schwer getroffen wird.

Die vor Odessa und Mikolajiw begonnene ukrainische Gegenoffensive scheint auch gut voranzukommen. Im Donbass scheinen die ukrainischen Truppen offenbar endgültig den Ort Popasna aufgegeben zu haben. Die tschetschenischen Hilfstruppen Moskaus hatten mehrfach behauptet, Popasna erobert zu haben, aber offenbar waren sie mehrfach wieder vertrieben worden. Am Sonntagmorgen höhnte ein ukrainischer Regierungsvertreter noch, Popasna sei angeblich schon über 100 Mal verloren gewesen. (Peter Rutkowski)

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