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Russland bleibt hart - die Ukraine soll sich ergeben

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Von: Viktor Funk

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Der Kreml weist Fragen von Journalisten in Moskau nach Zeitplänen für die „militärische Spezialoperation“ ab und fordert die Ukraine zum Aufgeben auf.

Moskau - Während die ukrainische Staatsanwaltschaft nun wegen eines möglichen weiteren russischen Kriegsverbrechens ermittelt, dauern die Aufräumarbeiten am zerstörten Einkaufszentrum in Krementschuk an. Die Zahl der Todesopfer nach dem russischen Angriff mit einer Rakete auf den Großmarkt geben die örtlichen Behörden inzwischen mit 20 an. Da aber noch gut 40 Prozent der Fläche geräumt werden müssen, wird die Zahl wahrscheinlich steigen. Mehrere Dutzend Menschen werden noch vermisst.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Krementschuk, Witalij Malezkyj, wird auch gegen das Management des Zentrums ermittelt. Dieses habe angeordnet, den Luftalarm zu ignorieren – weswegen das Gebäude nicht geräumt worden sei.

Ukraine-Krieg: Russland fordert weiterhin von der Ukraine, sich zu ergeben

Russland behauptet, das eigentliche Ziel des Angriffs sei ein etwas weiter nördlich gelegenes Lager mit westliche Waffen gewesen. Laut Außenminister Sergej Lawrow habe die Explosion dann das „leerstehende Einkaufszentrum“ in der Nähe in Brand gesetzt.

Der Kreml in Moskau rückt bisher offiziell nicht von seiner Linie ab und fordert weiterhin von der Ukraine, sich zu ergeben. Auf die Frage eines Journalisten in Moskau, ob es einen ungefähren Zeitrahmen für den als „militärische Spezial-Operation“ bezeichneten Krieg gebe, antwortete Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge: „Nein.“

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Teilnehmerkreisen beim G7-Gipfel in Bayern gesagt, dass er auf ein Ende der Invasion noch in diesem Jahr hoffe. Er verwies dabei auf die Härten des Winters, die Gefechte erschwerten.

Dazu sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge: „Die ukrainische Seite kann alles vor Ablauf des Tages beenden.“ Dafür müssten die Bedingungen der russischen Seite erfüllt werden. „Es muss ein Befehl an die nationalistischen Einheiten und an das ukrainische Militär ergehen, die Waffen niederzulegen“, sagte der Kremlsprecher.

Russland: Raketen-Einsatz deutet darauf hin, dass Russland Truppen schonen will

Russland hat den Ukraine-Krieg Ende Februar begonnen. Nach den Worten Peskows verläuft die sogenannte militärische Spezial-Operation „nach Plan“. Internationale Beobachter haben hingegen immer wieder auf einen stockenden Vormarsch Russlands verwiesen. Das US-Institute for the Study of War verweist darauf, dass der Einsatz von Raketen darauf hindeutet, dass Russland seine ausgelaugten Truppen schonen will.

Der Krieg in der Ukraine lässt zudem die USA neue Pläne für ihre Truppenpräsenz in Europa machen. Die US-Regierung werde am Mittwoch spezifische Ankündigungen über „langfristige“ zusätzliche Kräfte zu Land, zu Wasser und in der Luft machen, sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Dienstag. Die Zusagen würden „über die Dauer dieser Krise hinausgehen“. Unter anderem sollten mehr US-Kriegsschiffe auf der von den Vereinigten Staaten mitbenutzten Militärbasis Rota in Spanien stationiert werden – sechs statt bisher vier Zerstörer.

Sullivan deutete auch eine Erhöhung der Kräfte an der Nato-Ostflanke an, nannte aber keine Details. Es gehe darum, „einer akuteren und verschärften russischen Bedrohung Rechnung zu tragen“, sagte er. (dpa/vf)

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