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Auf der Flucht vor dem Krieg: Russen zahlen 28.000 Euro für Sitzplätze in Privatflugzeugen

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Von: Ares Abasi

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Immer mehr russische Millionäre verlassen ihr Land, nachdem Putin eine Teilmobilisierung verordnet hat. Die Flugticketpreise schießen folglich in die Höhe.

Moskau – Die Nachfrage nach Plätzen in Privatjets ist in Moskau in die Höhe geschnellt. Nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin die erste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg angeordnet hat, suchen nun wohlhabende Russen nach einem Weg aus dem Land. Das berichtet der Guardian. Die Behörden planen Berichten zufolge, die Grenzen für Männer im Mobilmachungsalter zu schließen.

Es heißt, dass die Passagiere vor allem nach Armenien, in die Türkei und nach Aserbaidschan reisen. Die Russen können dort visumfrei einreisen. Sie zahlen laut Guardian zwischen 22.000 und 28.000 Euro für einen Sitzplatz in einem Privatflugzeug. .„Die Situation ist im Moment absolut verrückt“, sagte Jewgeni Bikow, der Direktor des Maklerunternehmens „Your Charter“. „Früher bekamen wir 50 Anfragen pro Tag, jetzt sind es etwa 5.000.“

Immer mehr russische Millionäre verlassen ihr Land, nachdem Putin eine Teilmobilisierung verordnet.
Immer mehr russische Millionäre verlassen ihr Land, nachdem Putin eine Teilmobilisierung verordnet. © afp

Russland: Männer im militärischen Alter verlassen das Land

Die Entscheidung des Kremls, eine Teilmobilisierung anzukündigen, führte zu einem Ansturm von Männern im militärischen Alter, die das Land verlassen wollen. Sie lösen damit eine neue, möglicherweise noch nie dagewesene Abwanderung von Fachkräften aus. An den russischen Grenzübergängen bildeten sich kilometerlange Staus, während die meisten einfachen Flugtickets für die kommenden Tage bereits ausverkauft sind.

Bikow sagte, sein Unternehmen habe begonnen, größere Verkehrsflugzeuge zu chartern, um die Nachfrage zu befriedigen und die Preise zu senken. „Aber wir können einfach nicht genug Plätze für alle finden“, sagte er und fügte hinzu, dass der billigste Platz in einem gecharterten Verkehrsflugzeug nach Jerewan – der Hauptstadt Armeniens – etwa 200.000 Rubel (3.500 Euro) kostete.

Russland: Nur wenige Mietflugzeuge verfügbar, wegen hoher Nachfrage

Die Firma „FlightWay“, die Flüge mit Privatjets anbietet, verzeichnete einen Anstieg der Anfragen für One-Way-Flüge nach Armenien, in die Türkei, nach Kasachstan und Dubai. „Die Nachfrage hat sich um das 50-fache erhöht“, sagte Eduard Simonov, der Leiter des Unternehmens.

Er sagte, dass die Verfügbarkeit von Mietflugzeugen stark eingeschränkt war, nachdem die EU und das Vereinigte Königreich kurz nach Beginn des Konflikts Sanktionen gegen Russland verhängt hatten, die das Leasen oder Versichern von Flugzeugen für den Einsatz in Russland verboten haben.

Wegen Ukraine-Krieg: Russland verliert viele Millionäre

„Alle europäischen Privatjetfirmen haben den Markt verlassen. Es gibt jetzt mehr Nachfrage als Angebot, und die Preise sind im Vergleich zu vor sechs Monaten in die Höhe geschossen“, sagte Simonov. Einer Studie zufolge wird Russland in diesem Jahr bereits 15 Prozent seiner Millionäre verlieren, da die reichsten Bürger ins Ausland abwandern. Die Mobilisierung wird diese Abwanderung wahrscheinlich noch verstärken und den Schaden für die russische Wirtschaft möglicherweise noch verschlimmern.

Die Abwanderung der Reichen und Mächtigen Russlands könnte einen Teil der Wut in den ärmeren Gebieten des Landes schüren, die unverhältnismäßig stark von der Wehrpflicht betroffen zu sein scheinen. (Ares Abasi)

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