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Russisch-ukrainische Umarmung: Heftige Debatte um Wandgemälde

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Von: Vincent Büssow

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Der ukrainische Botschafter in Australien, Vasyl Myroshnychenko, bei einer Pressekonferenz im April 2022.
Der Botschafter der Ukraine in Australien hat heftige Kritik an einem Wandgemälde geäußert. Das Bild zeigt eine Umarmung zwischen einem russischen und einem ukrainischen Soldaten. (Archivbild) © Russell Freeman/imago

Ein Wandgemälde in Australien zeigt, wie sich ein ukrainischer und ein russischer Soldat umarmen. Das Bild wird heftig kritisiert. Der Künstler verteidigt sich.

Melbourne – In Australien hat ein Wandgemälde in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg für große Aufregung gesorgt. Die Darstellung eines ukrainischen und eines russischen Soldaten, die sich umarmen, brachte dem Künstler Peter Seaton jede Menge Kritik ein. Unter anderem verurteilte der Botschafter der Ukraine in Australien das Werk. Mittlerweile hat sich auch Seaton selbst zu der Debatte geäußert.

Die Wandmalerei zeigt die beiden Soldaten in Uniform, tief ineinander versunken. Die Flaggen von Russland und der Ukraine sind jeweils deutlich auf den Ärmeln zu erkennen. Der Instagram-Post, in dem Seaton sein Werk ursprünglich präsentierte, zeigt außerdem eine Video-Animation. Darauf ist eine Explosion zu sehen, gefolgt von einer verbrennenden Erdkugel. „Peace before Pieces“ ist der Name des Wandgemäldes, von welchem der Künstler Drucke im Internet zum Verkauf anbietet. Die Gewinne sollen nach eigener Angabe an die Organisation World Beyond War gespendet werden.

Kunst im Ukraine-Krieg: Heftige Debatte über Wandgemälde in Australien

Die Veröffentlichung des Posts am Mittwoch (31. August) zog eine Welle der Kritik nach sich. Der ehemalige ukrainische Botschafter in Australien, Olexander Scherba, schrieb auf Twitter „Schlägst du vor, Mörder und Vergewaltiger zu umarmen?“ Kurz darauf äußerte sich auch der aktuelle Botschafter, Vasyl Myroshnychenko, zu dem Thema: „Der Maler hat keine Ahnung von der russischen Invasion der Ukraine. Was für eine Schande“.

Peter Seaton selbst stieg erst am Sonntag (4. September) in die Diskussion ein. In einem weiteren Instagram-Post entschuldigte er sich bei den Menschen der Ukraine, die er mit seinem Bild beleidigt habe. „Dieses Werk ist keine Entschuldigung der Aggression und der schrecklichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, welche die Russen begangen haben“, sagte er. Gleichzeitig rechtfertigte der Künstler seine Motivation für das Gemälde. In seiner Arbeit gehe es um „Einheit“, wobei das Bild eine Fortsetzung dieser Idee sei. „Meine Nachricht ist klar, und sie lautet Frieden“, sagte Seaton weiter.

Australien: Gemälde zum Ukraine-Krieg löst heftige Debatte aus

Am Montag teilte dann eine Twitter-Nutzerin ein Bild des Wandgemäldes, welches inzwischen zu großen Teilen übermalt worden war. Der Botschafter der Ukraine in Australien reagierte erfreut auf die Entwicklung, wobei unklar ist, ob Seaton selbst für die Entfernung des Bildes verantwortlich ist. Sein ursprünglicher Instagram-Post ist weiterhin vorhanden. Auch auf der Plattform für digitale Kunstwerke Opensea ist das Bild nach wie vor zum Verkauf gelistet.

In der Ukraine selbst wird ebenfalls seit Kriegsbeginn über Kunst diskutiert. Im Interview berichtet Museumsratspräsidentin Beate Reifenscheid über die vielfältigen Versuche, die Kultur der Ukraine trotz der Verwüstung durch Russland zu erhalten. (vbu mit dpa)




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