1. Startseite
  2. Politik

Russischer Kommandeur: Die Lage im Krieg ist „deprimierend“

Erstellt:

Von: Constantin Hoppe

Kommentare

Ein Kommandeur in der selbsternannten „Volksrepublik Donezk“ zeigt sich unerwartet kritisch über die russische Armee. Er spricht von „grundlegenden Problemen“.

Kiew – Alexander Chodakowski, ein vom Kreml unterstützter Kommandeur und ehemaliger politischer Führer in der selbsternannten „Volksrepublik Donezk“ in der Ostukraine, hat eine selten düstere Einschätzung der Leistungen Russlands im laufenden Ukraine-Konflikt abgegeben.

„Einerseits bin ich deprimiert über die Ergebnisse dieser Phase des Krieges, andererseits bin ich gegen eine allgemeine Mobilisierung. Wie kann man dann den Lauf der Dinge umkehren?“ schrieb Chodakowski am Montag (12. September) auf seinem Telegramm-Kanal, berichtet Newsweek.

Ukraine-Krieg - Charkiw - ukrainische Truppen
Ukrainische Truppen bewegen sich auf der Straße in dem befreiten Gebiet in der Region Charkiw. © Kostiantyn Liberov/dpa

Kritik an der möglichen Kriegsmobilisierung Russlands – Kommandeur spricht von grundlegenden Problemen

Chodakowski, leitet das prorussische Wostok-Bataillon der selbsterklärten „Volksrepublik Donezk“. Am Montag sprach er über die Möglichkeit einer Mobilisierung der russischen Bevölkerung. Diese könnte für Russland nötig werden, da die Truppen von Präsident Wladimir Putin infolge einer erfolgreichen Gegenoffensive der Ukraine aus der südlichen Region Charkiw zurückgedrängt werden.

Alexander Chodakowski
Alexander Chodakowski bei einer Pressekonferenz im Jahr 2016. © Friedemann Kohler/dpa

Weiter schrieb der 49-Jährige, dass die Ankündigung einer Kriegsmobilisierung – die Putin nach russischem Recht die Einberufung von Wehrpflichtigen und die Mobilisierung von Reservekräften erlauben würde – keine grundlegenden Probleme innerhalb der russischen Armee lösen würde. Vielmehr warnte der prominente Kommandeur davor, dass Putin, sollte er eine Generalmobilmachung ankündigen, dem Land einen „schweren Schlag“ versetzen würde, „dem es nicht standhalten wird“.

Russischer Kommandeur sieht die Probleme im Ukraine-Krieg bei „schlampigem Einsatz“

Wiederum sei nicht ein Mangel von Personal das Hauptproblem der russischen Armee im Ukraine-Krieg: „Ich habe weniger Leute, als mir lieb ist, aber die Hauptschwierigkeit liegt nicht dort, sondern darin, dass ich manchmal die feindlichen Stellungen, von denen aus sie uns angreifen, nicht finden kann“, fügte Chodakowski hinzu. „Wenn ich es dann doch kann, habe ich nicht genug Reichweite, um auf sie zu schießen, oder ich habe nicht genug Munition.“

Das größte Problem liegt für Chodakowski in der ungenügenden Ausrüstung der russischen Armee. Dies sei durch eine mangelhafte Ausführung der Organisation der Armee und deren „schlampigen Einsatz“ in der Ukraine entstanden.

Lage im Ukraine-Krieg: „Die Ressourcen werden im Fleischwolf des Krieges zermahlen.“

„Wenn dieser Ansatz beibehalten wird, wird der Mangel konstant bleiben, egal wie viele Leute man mobilisiert, und Russland wird von einer Welle von Beerdigungsankündigungen überrollt werden“, schrieb Chodakowski auf seinem Telegram-Kanal. Und fügte hinzu: „Der Mangel wird durch einen vereinfachten Ansatz verursacht, und ihn weiter zu kultivieren bedeutet, die Ressourcen im Fleischwolf des Krieges zu zermahlen.“ (Constantin Hoppe)

Auch interessant

Kommentare