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Ukraine-Krieg: Russische Armee erhöht Druck – Die Lage im Überblick

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Von: Christian Stör

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Die russischen Truppen in der Ukraine führen ihren Angriffskrieg mit Beschuss und Kämpfen um einzelne Städte fort. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht.

Kiew - Im Ukraine-Krieg erhöht die russische Armee weiter den Druck auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Zudem hat der Krieg erstmals die westukrainische Metropole Lwiw erreicht, in der sich viele Flüchtlinge sammeln. Die Stadt wurde am 18. Tag der Invasion von Explosionen erschüttert. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete am Sonntagmorgen von mehreren Detonationen. Es wurde Luftalarm ausgelöst. Zunächst war unklar, was genau Ziel der Angriffe war. Südwestlich von Lwiw liegt ein Flughafen. Außerdem gibt es an der Grenze zu Polen eine ukrainische Militärbasis.

Derweil werden aus der belagerten Hafenstadt Mariupol, in der mehrere hunderttausend Zivilisten festsitzen, Kämpfe in den Randbezirken gemeldet. Nach ukrainischen Angaben versuchen russische Truppen am 18. Tag der Invasion weiterhin, andere Städte zu erobern. Ein Überblick über die Ereignisse:

Ukraine-Krieg: Russische Einheiten wollen Mariupol stürmen

Russische Einheiten versuchen nach ukrainischen Angaben weiter, die Stadt Mariupol zu erstürmen. Prorussische Separatisten stießen dort mit Unterstützung russischer Truppen in östliche Randbezirke vor, wie die ukrainischen Streitkräfte mitteilten. Eine russische Offensive stehe zudem der Stadt Sjewjerodonezk mit 100.000 Einwohnern im Gebiet Luhansk bevor. Im Süden des Landes bauten russische Truppen Kräfte an der Industriegroßstadt Krywyj Rih mit mehr als 600 000 Einwohnern auf. Die Angaben waren unabhängig nicht überprüfbar.

Ukraine-Krieg: Evakuierung in Mariupol erneut gescheitert

In der von der russischen Armee belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine scheiterte ein weiterer Anlauf zur Evakuierung von Zivilisten. 50 Busse hätten wegen Beschusses nicht abfahren können, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk sagte, die Kolonne sei fünf Stunden an einem Kontrollpunkt festgehalten worden sei. Am Sonntag solle es einen weiteren Versuch geben. Anderswo hätten die Fluchtkorridore funktioniert, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj*. Insgesamt hätten an dem Tag 12.729 Menschen belagerte und umkämpfte Städte verlassen können, der Großteil davon aus der Stadt Sumy im Nordosten.

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt brennende Wohnhäuser im Westen von Mariupol.
Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt brennende Wohnhäuser im Westen von Mariupol. © dpa

Ukraine-Krieg: Selenskyj droht Kollaborateuren Russlands

Selenskyj droht unterdessen möglichen Kollaborateuren Russlands in der Ukraine. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer in der Nacht zu Sonntag veröffentlichten Videobotschaft. „Das Urteil lautet, mehr als 12.000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte.“ Zuletzt hieß es von ukrainischer Seite, dass mehr als 12.000 russische Soldaten in dem Krieg in der Ukraine getötet worden seien.

Ukraine-Krieg: Widerstand zeigt laut Selenskyj Wirkung bei russischer Position

Nach dem hartnäckigen militärischen Widerstand der Ukrainer sieht Selenskyj erste Veränderungen der Position Russlands*. „Jetzt haben sie begonnen, über etwas zu reden - und nicht einfach Ultimaten zu stellen“, sagte er am Samstag vor internationalen Journalisten in Kiew. Der 44-Jährige ist nach eigenen Worten zufrieden damit, da es das erste Mal seit über zwei Jahren sei, dass Moskau zu einem Dialog bereit sei.

 Himmelfahrtskloster Swjatohirsk im Ukraine-Krieg beschädigt

Bei Gefechten in der ostukrainischen Stadt Swjatohirsk in der Region Donezk wurde nach ukrainischen Berichten das Himmelfahrtskloster beschädigt. Am späten Samstagabend sei eine Fliegerbombe rund 50 Meter vom Eingang des Klosters entfernt detoniert, berichtete die Internet-Zeitung Ukrajinska Prawda. Durch die Druckwelle seien Fenster und kirchliche Einrichtungen in unterschiedlichem Ausmaß zerstört worden. (cs/dpa)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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