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Russe möchte für die Ukraine kämpfen – und landet im Gefängnis

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Von: Jan Oeftger

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Der Föderale Sicherheitsdienst Russlands hat einen weiteren Mann verhaftet, der für die Ukraine kämpfen wollte.
Der Föderale Sicherheitsdienst Russlands hat einen Mann verhaftet, der für die Ukraine kämpfen wollte. © imago

In Russland wird ein Mann verurteilt, weil er angeblich für die Ukraine kämpfen wollte. Durch ein neues Gesetz droht Russen dafür eine lange Haftstrafe.

Moskau – Der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) berichtet, dass ein Russe im Ukraine-Krieg für die Ukraine kämpfen wollte. Bei diesem Versuch wurde er festgenommen und nun am Mittwoch (14. Dezember) zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, wie das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek berichtet.

Bei dem Verurteilten handelt es sich um Sergey Ulukshonov. Der 30-Jährige kommt aus der Stadt Krasnojarsk in Sibirien. Die Verurteilung erfolgte von einem regionalen Gericht, wie die kremlnahe Nachrichtenagentur Kommersant vermeldet. Ihm wurde vorgeworfen, sich den ukrainischen Streitkräften anschließen zu wollen, um somit gegen Russland zu kämpfen.

Verurteilter Russe habe „nationalsozialistische Ansichten“ gehabt

Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Ulukshonov beschuldigt wird, „nationalsozialistische Ansichten“ zu teilen. Dies steht im Zusammenhang damit, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seinen Krieg damit rechtfertigt, die Ukraine „entnazifizieren“ zu wollen. Ulukshonov habe sich im Frühjahr dieses Jahres mit „pro-ukrainische Websites“ beschäftigt und mit der ukrainischen Seite kommuniziert.

Informationen von Kommersant zufolge, war Ulukshonov am 3. April in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Belarus grenzt an die Ukraine. Von dort soll er einen Vertreter des ukrainischen Sicherheitsdienstes angerufen haben, der ihm Informationen darüber gab, wie er die Grenze in die Ukraine illegal überqueren könne. Am 8. April nahmen Beamte des belarussischen Grenzschutzes den Flüchtigen fest und übergaben ihn dem FSB. In Gerichtsdokumenten wird Ulukshonov als „glühender Gegner der Innen- und Außenpolitik der Russischen Föderation“ bezeichnet.

Weiterer Russe, der sich ukrainischer Armee anschließen wollte, verhaftet

Am Dienstag (13. Dezember) hat der FSB nun einen weiteren Russen am Flughafen von Krasnojarsk festgenommen. Auch er habe sich der ukrainischen Armee anschließen wollen. Sprecher des FSB erklärten gegenüber den staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Interfax und RIA Novosti, dass der Mann des Hochverrats beschuldigt wird. Zuvor habe der Verhaftete „Vandalismusakte gegen Verwaltungsgebäude“ in Chakassien begangen, wie der FSB mitteilte. Wegen eines Vandalismus-Vorfalls sei er bereits strafrechtlich verfolgt worden.

Dem Russen droht jetzt ebenfalls eine lange Haftstrafe. Im Juli hatte Putin ein Gesetz unterzeichnet, das Überlaufen mit Hochverrat gleichsetzt. Damit ist eine Höchststrafe von 20 Jahren Haft möglich. (jo)

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