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Russland droht ausländischen Firmen mit Verhaftung und Enteignung

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Von: Lukas Zigo

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Ausländische Unternehmen in Russland haben Medienberichten zufolge Drohungen der russischen Staatsanwaltschaft erhalten.

Moskau/New York – Als Konsequenz auf den russischen Einmarsch in die Ukraine haben sich zahlreiche westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Viele weitere haben diesen Schritt angekündigt. Der Kreml versucht nun, die Flucht internationaler Firmen aus dem Land mit ganz eigenen Methoden zu verhindern. Einem Medienbericht zufolge haben die russischen Behörden ausländischen Unternehmen mit Verhaftung oder der Beschlagnahmung von Vermögen gedroht, sollten sie sich aus Protest gegen den Ukraine-Konflikt aus dem Land zurückziehen.

Demnach hätten russische Staatsanwälte Unternehmen wie Coca-Cola, McDonald’s, Procter & Gamble und IBM kontaktiert und vor schweren Konsequenzen gewarnt, falls sie die russische Regierung kritisierten, berichtete das Wall Street Journal am Sonntag (13.03.2022). Die russische Botschaft in den USA bezeichnete den Bericht als „reine Fiktion“.

McDonald's in Russland
Mit kyrillischen Buchstaben steht „McDonald‘s“ über einer Filiale der amerikanischen Fastfood-Kette McDonald‘s. © Jan Woitas/dpa

Ukraine-Krieg: Internationale Unternehmen ziehen sich aus Russland zurück

Seit Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar hat der Westen in der Folge Wirtschaftssanktionen verhängt. Dutzende internationale Unternehmen haben ebenfalls ihren Rückzug aus Russland angekündigt. Die russischen Behörden haben vermehrt Maßnahmen ergriffen, um die Kapitalflucht zu verhindern und den stark fallenden Rubel zu stützen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte etwa sich für die Ernennung „externer“ Direktoren an der Spitze dieser Unternehmen ausgesprochen, „um sie an diejenigen zu übergeben, die sie betreiben wollen“. Das Wort „Verstaatlichung“ verwendete er dabei allerdings nicht.

Russische Staatsanwaltschaft nimmt ausländische Firmen durch „strenge Kontrolle“ ins Visier

Zudem kündigte die russische Staatsanwaltschaft am Freitag (11.03.2022) eine „strenge Kontrolle“ aller Unternehmen an, die ihre Geschäfte in Russland einstellen wollten. In dieser Angelegenheit berief sich das Wall Street Journal auf vertraute Quellen. Dem zufolge schränkte mindestens ein ausländisches Unternehmen seine Kommunikation mit Mitarbeiter:innen vor Ort ein – aus Furcht, dass diese von den russischen Behörden abgefangen werden könnte.

Es gebe Befürchtungen, E-Mails oder Textnachrichten zwischen Kolleg:innen könnten abgefangen werden. Die US-Botschaft in den USA nannte den Bericht „falsch“. „Wir fordern die einheimischen Medien auf, die boshafte Angewohnheit der Verbreitung von Falschnachrichten zu unterlassen.“ Es sei „allein Sache der Amerikaner“ zu entscheiden, ob sie auch weiterhin Geschäfte mit Russland machten oder nicht. (lz/dpa/afp)

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