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Ukraine überzeugt: Iranische Shahed-Drohnen für Russland unbrauchbar

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Von: Nadja Austel

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Die Drohnen aus dem Iran, die an Russland geliefert wurden, werden nach Angaben ukrainischer Militärs nicht eingesetzt – aus einem simplen Grund.

Kiew – Die zahlreichen russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine lassen mit Sorge auf einen bevorstehenden harten Winter blicken. Millionen Menschen fehlt der Zugang zu Wärme, Strom und Wasser, warnt UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths. Die durch den Ukraine-Krieg verursachte humanitäre Krise erhalte dadurch eine weitere Dimension.

Doch in einem Punkt soll der Winter der Ukraine einen Vorteil verschaffen. Jewgeni Silkin, Sprecher des Streitkräftekommandos für strategische Kommunikation, sagte laut der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN, dass die Shaed-136-Kamikaze-Drohnen aus Kunststoff und anderen nicht frostbeständigen Materialien hergestellt seien.

Ukraine-Krieg: Russlands Drohnen aus dem Iran „vertragen die Kälte nicht“

Silhouette einer iranischen Kamikaze-Drohne im russischen Einsatz.
Iran hilft Russland mit Drohnen aus – doch die könnten für Minusgrade ungeeignet sein. (Archivbild) © Aleksandr Gusev/IMAGO

Die Drohnen könnten demzufolge von Russland nicht eingesetzt werden, da sie bei eisigen Temperaturen nicht funktionierten. Die ukrainischen Streitkräfte sollen seit dem 17. November keine russischen Drohneneinsätze mehr festgestellt haben, so der Sprecher. Es gebe lediglich Trainingsflüge russischer Bomber, die in der Luft auftanken.

„Der einzige Trost der Minustemperaturen in der Ukraine ist, dass die Shahed-Drohnen nicht angreifen können“, twitterte auch die ukrainische Parlamentsabgeordnete Lesia Vasylyenko am Montag. „Die iranischen Waffen vertragen die Kälte nicht.“

Ukraine-Krieg: Russland mit Tachyon-Drohnen angeblich erfolgreich

Natalja Gumenjuk, Leiterin des Pressezentrums der südlichen Verteidigungskräfte in der Ukraine, sagte laut UNIAN allerdings, dass der geringere Einsatz anderer Drohnen auch auf erschöpfte Bestände und eine Änderung der russischen Strategie hindeuten könnte.

Die russische Nachrichtenagentur Tass hatte am Montag (5. Dezember) zudem berichtet, dass Russlands Truppen Drohnen mit der Bezeichnung Tachyon erfolgreich einsetzen. „Die Geräte sind mit einem Wärmebildgerät, einer Foto- und Videokamera ausgestattet, mit deren Hilfe selbst gut getarnte feindliche Ziele aufgespürt werden können, auch bei Nacht“, sagte ein Gesprächspartner einer russischen Strafverfolgungsbehörde gegenüber Tass.

Ukraine-Krieg: Iranische Drohnen könnten bei Minusgraden unbrauchbar sein

Samuel Bendett, Russland-Analyst für das Center for Naval Analyses and Adjunct Senior Fellow am Center for a New American Security, erklärte gegenüber Newsweek, dass die Tachyon-Drohne für den Einsatz bei kalten und sehr heißen Temperaturen von minus 30 Grad Celsius bis zu plus 40 Grad Celsius beworben wird.

Er sei sich nicht sicher, was er von der Behauptung der Ukrainer über die Shahed-Drohnen und ihre Funktionsfähigkeit bei niedrigeren Temperaturen halten soll. Sie könnten seiner Ansicht nach tatsächlich Auswirkungen auf die Shahed-Operationen haben, er könne allerdings nicht einschätzen, in welchem Ausmaß.

„Ich würde annehmen, dass einige von ihnen nicht speziell für niedrige Temperaturen entwickelt wurden, wenn man bedenkt, wo sie jetzt operieren“, sagte Bendett gegenüber Newsweek. „Gleichzeitig baut der Iran eine Fabrik in Tadschikistan, um seine Ababil-2-Drohnen herzustellen – und Tadschikistan besteht geografisch gesehen im Wesentlichen aus Bergen (…) in denen es sehr kalt ist.“ (na)

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