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Kasachstan nimmt russische Militär-Verweiger auf – und geht Risiko ein

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Von: Ares Abasi

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Kasachstan
Russen stehen in einer Schlange, nachdem sie die Grenze nach Kasachstan überquert haben. © Denis Spiridonov/AP/dpa

„Gute Beziehungen zu den Nachbarn garantieren Sicherheit“, sagt der kasachische Präsident. Doch damit geht er ein hohes Risiko ein.

Astana - Kasachstans Präsident, Qassym-Schomart Toqajew, hat seine Regierung angewiesen, Zehntausenden von Russen zu helfen, die wegen der Teilmobilisierung Wladimir Putins, in sein Land strömten. Das könnte die Beziehungen Kasachstans zu seinem nördlichen Nachbarn Russland nun ernsthaft belasten. Das berichtet Al Jazeera.

Seit dem 21. September, als Putin die Mobilisierung ankündigte, sind fast 100.000 Russen nach Kasachstan eingereist, teilte das kasachische Innenministerium am Dienstag (27. September) mit. „Die meisten von ihnen müssen wegen der aussichtslosen Lage gehen. Wir müssen uns um sie kümmern und ihre Sicherheit gewährleisten“, sagte Tokajew.

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Am Montag (26. September) erklärte das kasachische Außenministerium, dass es die „Referenden“ in den besetzten ukrainischen Gebieten, die den Weg für deren Annexion durch Moskau ebneten, nicht anerkennen werde. Im Juni erklärte Tokajew gegenüber Putin, dass seine Regierung Moskau bei der Anerkennung der „Unabhängigkeit“ der Separatistengebiete in den ukrainischen Städten Donezk und Luhansk nicht folgen werde.

Das kasachische Innenministerium erklärte, es werde nur die Russen ausliefern, die auf einer internationalen Fahndungsliste stehen.„Die Suche nach Russen durch die Einberufungsbehörden ist kein Grund für eine Auslieferung“, sagte Innenminister Marat Achmetzhanow am Dienstag.

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Die Zahl der Neuankömmlinge in Kasachstan steigt von Minute zu Minute, da Menschenrechtsgruppen und unabhängige Medien berichten, dass neu mobilisierte Russen ohne jegliche Ausbildung an die Front getrieben werden, so Al Jazeera. Kasachstan erlaubt Russen den Grenzübertritt ohne ausländische Pässe. Die meisten kommen über die 7.644 Kilometer lange Landgrenze. Tausende von Autos und Bussen stehen an zehn Grenzübergängen Schlange.

Die Wartezeiten schwanken zwischen drei Stunden und drei Tagen, wie Mitarbeiter an der Grenze berichten. Flugtickets sind so gut wie unmöglich zu bekommen. Hotels, Herbergen und Privatunterkünfte in Nordkasachstan sind so überfüllt, dass der Besitzer eines Kinos in der Grenzstadt Oral Schlagzeilen machte, weil er obdachlose Russen kostenlos in seinen Räumen schlafen ließ. Obwohl Kasachstan den größten Anteil der russischstämmigen Bevölkerung in Zentralasien hat, sehen die meisten der Neuankömmlinge das Land als vorübergehenden Zufluchtsort, bis sie Flugtickets in andere Länder finden. (Ares Abasi)

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