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„Verstörende Berichte“: Militär soll ukrainische Bevölkerung nach Russland „zwingen“

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Von: Marvin Ziegele

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Bewohner aus Mariupol steigen in einen Bus, um nach Russland evakuiert zu werden.
Menschen aus Mariupol steigen in einen Bus, um nach Russland evakuiert zu werden. © Mikhail Tereshchenko/Imago Images

Der Ukraine-Krieg treibt tausende Menschen in die Flucht. Die USA berichten über ukrainische Bürgerinnen und Bürger, die nach Russland „gezwungen“ werden. 

Kiew – Der Ukraine-Konflikt* vertreibt zahlreiche Menschen aus ihrer Heimat. Vor allem die Lage in der von der russischen Armee belagerten Stadt Mariupol ist die Lage katastrophal. Mariupol ist die letzte große Hafenstadt am Asowschen Meer unter der Kontrolle der Ukraine*. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar wurden nach Angaben der ukrainischen Regierung wurden mehr als 2100 Einwohner der Stadt getötet.

Inzwischen gibt es Berichte, dass tausende von Einwohnern aus Mariupol gewaltsam nach Russland* deportiert wurden. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, nannte die Berichte „beunruhigend“ und „skrupellos“.

Ukraine: Ukrainische Bürger nach Russland „gezwungen“?

In der CNN-Sendung „State of the Union“ am Sonntag (20.03.2022) sagte Thomas-Greenfield, dass die USA* die Anschuldigungen, die der Stadtrat von Mariupol am Samstag (19.03.2022) über seinen Telegramm-Kanal geäußert hatte, noch nicht bestätigt hätten. „Ich habe es nur gehört. Ich kann es nicht bestätigen“, sagte sie. „Aber ich kann sagen, dass es beunruhigend ist. Es ist skrupellos von Russland, ukrainische Bürger nach Russland zu zwingen und sie in Konzentrations- und Gefangenenlager zu stecken.“

Derweil hat die Ukraine ein Ultimatum zur Übergabe von Mariupol an die russischen Streitkräfte abgelehnt. „Es kann keine Rede davon sein, Waffen abzugeben. Wir haben die russische Seite bereits darüber informiert“, sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Zeitung „Ukrainska Pravda“ in der Nacht zum Montag (21.03.2022). Sie bezeichnete die russische Ankündigung als „bewusste Manipulation“ und „echte Geiselnahme“.

Ukraine-Krieg: Regierung lehnt Übergabe von Mariupol ab

Russland hatte den ukrainischen Streitkräften in der belagerten Hafenstadt am Sonntagabend bis Montag 4.00 Uhr MEZ Zeit gegeben, sich zu ergeben. Moskau fordere die ukrainischen Soldaten „und ausländischen Söldner auf, die Feindseligkeiten einzustellen, ihre Waffen niederzulegen und sich durch mit der ukrainischen Seite vereinbarte humanitäre Korridore in die von Kiew kontrollierten Gebiete zu begeben“, sagte der Leiter des russischen nationalen Verteidigungskontrollzentrums, Michail Misinzew. Seinen Angaben zufolge hatte Kiew* die Verteidiger Mariupols angewiesen, „sich selbst zu opfern“ und zu „Märtyrern“ zu werden. (marv) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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