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Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht auf Mittwoch

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Von: Alina Schröder

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Auch in der Nacht zu Mittwoch (23.03.2022) kommt es zu neuen Angriffen Russlands im Krieg gegen die Ukraine. Die Entwicklungen hier im Überblick.

Kiew – Nahezu einen Monat dauert bereits der Krieg Russlands in der Ukraine, und die Kämpfe lassen nicht nach. In der Nacht auf Mittwoch berichteten ukrainische Quellen von weiteren russischen Angriffen auf die Stadt Charkiw im Osten und auf Riwne im Nordwesten des Landes.

Ukrainische Einheiten wehrten nach eigenen Angaben bei neuen Kämpfen um Charkiw einen Angriff russischer Truppen ab. Dabei seien am Dienstagabend von russischer Seite auch Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 eingesetzt worden. „Unsere Truppen halten ihr Stellungen“, wurde der regionale Befehlshaber Oleg Sinegubow von der Zeitung Ukrajinska Prawda zitiert.

Ukraine-Krieg: Selenskyj droht russischen Kampfflugzeug-Piloten

Schwierig sei jedoch die Lage in der belagerten Stadt Isjum. Zu dieser gebe es keine Verbindung mehr. Alle Bemühungen um eine Fluchtkorridor für Zivilisten seien bisher von russischer Seite abgelehnt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Das russische Militär beschoss demnach auch Militäranlagen im Umkreis der Stadt Riwne im Nordwesten der Ukraine* mit Raketen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* drohte im Ukraine-Konflikt* allen Piloten russischer Kampfflugzeuge an, sie wegen ihrer Angriffe persönlich zur Verantwortung zu ziehen. Den Piloten sei augenscheinlich nicht klar, was für Befehle sie ausführten. „Die Tötung von Zivilisten ist ein Verbrechen.“ Nach Kiewer Darstellung sind seit Kriegsbeginn bereits circa 100 russische Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch war die Lage am Dienstagmorgen im Ukraine-Krieg äußerst angespannt.

Millionen Menschen suchen in Charkiw Schutz vor dem Krieg. Die Stadt im Osten der Ukraine ist seit geraumer Zeit unter Beschuss.
Millionen Menschen suchen in Charkiw Schutz vor dem Krieg. Die Stadt im Osten der Ukraine ist seit geraumer Zeit unter Beschuss. © Diego Herrera/Imago

Aktuelles zum Ukraine-Krieg: Selenskyj lobt Einsatz der Bevölkerung – „Wir werden kämpfen“

Zu den Verhandlungen mit Russland* über einen Ausweg aus dem Ukraine-Krieg* sagte Selenskyj: „Sie sind sehr schwierig, manchmal skandalös, aber wir bewegen uns Schritt für Schritt vorwärts.“ Unterhändler der Ukraine seien tagtäglich im Einsatz, sagte er in einer in der Nacht zum Mittwoch verbreiteten Videoansprache. „Wir werden arbeiten, wir werden so viel wie möglich kämpfen. Bis zum Ende. Mutig und offen.“

Allen internationalen Kräften, die seinem Land helfen, spricht er seinen Dank aus. Weitere Unterstützung erhofft sich Selenskyj von den drei in dieser Woche stattfindenden Gipfeltreffen von G7, Nato* und EU*. Bei einem Telefonat lud er auch Papst Franziskus zu einem Besuch in die Ukraine ein. Zu einer Antwort des Vatikans gibt es bisher keine Angaben.

Einsatz in der Ukraine laut Kreml nach Plan – Wird Belarus in den Krieg eingreifen?

In Russland lobt man währenddessen weiterhin den Einsatz des eigenen Militärs in der Ukraine. Dieser verläuft nach Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow „streng nach Plan“. Er entspreche den vorher festgelegten Zielen, sagte Peskow dem US-Sender CNN. Die Regierung in Moskau* bezeichnet den Angriff auf die Ukraine als „speziellen Militäreinsatz“ und nicht als Krieg.

Auf die Frage, was Präsident Wladimir Putin* in der Ukraine bislang erreicht habe, antwortete Peskow, dass die Ziele „noch nicht“ erreicht seien. Als Bestreben nannte er unter anderem das Dezimieren des ukrainischen Militärs. Kiew* müsse zur Einsicht kommen, dass die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim inzwischen ein „unverrückbarer Teil Russlands“ sei. Zudem müsse die Ukraine anerkennen, dass die Separatistenregionen im Osten des Landes nun „unabhängige Staaten“ seien.

Seit einiger Zeit steht im Raum, dass Belarus an der Seite Russlands in den Krieg einsteigen könnte. Die Kiewer Führung hält dies aktuell jedoch für sehr unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko sich für eine Teilnahme am Krieg entscheide, liege „bei 15 bis 20 Prozent“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch nach Angaben der Agentur Unian. Belarus Präsident Alexander Lukaschenko ist ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Putin. Bislang beteiligt sich das Land trotz wiederholten Drängens aus Moskau allerdings nicht aktiv am Krieg.

Aktuelles zum Krieg in der Ukraine: Das wird am Mittwoch wichtig

US-Präsident Joe Biden* wird am Mittwoch zu einer Reise nach Europa aufbrechen, die ganz im Zeichen des Ukraine-Kriegs stehen soll. Seine erste Station ist Brüssel. Dort informiert Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg über das für Donnerstag angesetzte Gipfeltreffen des westlichen Verteidigungsbündnisses. Die UN-Vollversammlung soll am Mittwoch in New York über eine weitere Resolution gegen den Krieg Russlands in der Ukraine abstimmen.

Die Ukraine dürfte auch wichtiges Thema bei der Generaldebatte des Deutschen Bundestags über den Haushalt 2022 werden. Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*) lehnte erst am Dienstag erneut einen sofortigen Import-Stopp für russische Energie als Druckmittel gegen Moskau ab. Sanktionen müssten laut ihm einerseits einen starken Effekt auf Russland haben, andererseits aber auch für die eigene Volkswirtschaft verkraftbar sein. (as mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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