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Ukraine-Krieg: Nord Stream 1 dreht das Gas ab – das geschah in der Nacht

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Von: Moritz Serif

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Nord Stream 1
Der russische Staatskonzern Gazprom hat einen mehrtägigen Gas-Lieferstopp angekündigt. (Symbolfoto) © Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Expertinnen und Experten sollen das AKW Saporischschja nur an einem Tag besichtigen. Außerdem kommt Getreide in Afrika an. Das geschah in der Nacht.

Saporischschja – Die russische Besatzungsverwaltung in dem teilweise eroberten Gebiet Saporischschja schränkte die Aussichten auf eine gründliche Erkundung des AKW von vornherein ein. Expertinnen und Experten sollten „an einem Tag anschauen, wie das Werk arbeitet“, sagte Verwaltungschef Jewgeni Balizki in Melitopol. „Die Elemente, die sie nennen, wird man im Verlauf ansehen können.“

Balizki sagte, der Übertritt der Gruppe von ukrainischem Territorium auf russisch kontrolliertes Gebiet solle bei Wassyliwka südlich der Gebietshauptstadt Saporischschja erfolgen. Sie müssten noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder abreisen. Bei dem Besuch wolle man vorführen, mit welchen Waffen die Ukraine das AKW beschossen habe. Kiew beschuldigt russische Truppen, selbst geschossen zu haben, um einen möglichen Schaden der Ukraine in die Schuhe zu schieben. Genaue Angaben über die Reiseroute und das Eintreffen der Experten in dem AKW gab es nicht. Die russische Agentur Tass nannte ohne Angabe von Quellen den Mittwoch (31.August).

News zum Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht

Für drei Tage soll von diesem Mittwoch an kein Gas mehr über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 von Russland nach Deutschland kommen. Der Staatskonzern Gazprom hatte angekündigt, dass die Lieferungen über die in der Vergangenheit wichtigste Route nach Deutschland für russisches Gas wegen Wartungsarbeiten ab 3.00 Uhr deutscher Zeit eingestellt werden. Demnach sollen die Lieferungen am frühen Samstagmorgen wieder aufgenommen werden.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte gesagt, die Wartungsarbeiten seien technisch nicht nachvollziehbar. Zuletzt kamen über die Pipeline nur noch etwa 20 Prozent der maximal möglichen Menge. Nach Aussage Gazproms gibt es auch dafür technische Gründe, was unter anderem die Bundesregierung anzweifelt.

News zum Ukraine-Krieg: Getreide erreicht ostafrikanische Stadt

Ein erster Frachter mit Getreide aus der Ukraine erreichte das ostafrikanische Land Dschibuti. Es handle sich um das erste Schiff des UN-Welternährungsprogramms mit diesem Ziel seit Beginn des russischen Angriffskriegs, schrieb WFP-Geschäftsführer David Beasley auf Twitter. Die Ladung ist laut dem WFP für Äthiopien bestimmt, wo mehr als 20 Millionen Menschen an Hunger leiden. Das Schiff hat 23.000 Tonnen Weizen geladen. Die UN und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz der russischen Blockade wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen kann. (mse/dpa)

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