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Ukraine-Krieg: Die Rückkehrer - Urlauber, Kämpfer und Verzweifelte

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Von: Lukas Zigo

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Während Millionen Menschen vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, zieht es andere in die entgegengesetzte Richtung.

Medyka – Braun gebrannt und mit dem Urlaubskoffer in der Hand. So stehen Andrej (42) und Viktoria (40) mit ihren Familien am Übergang Medyka-Schehyni an Polens Grenze zur Ukraine. Sie wollen zurück nach Hause. Zurück in eine Heimat, in der nichts mehr so ist, wie es war. Die acht Ägypten-Urlauber stammen aus der Stadt Krywyj Rih in der Zentralukraine.

„Wir sind am 24. Februar nach Scharm-EL Scheich geflogen. Erst in Ägypten haben wir vom Kriegsausbruch erfahren“, erzählt der Bauarbeiter Andrej. Die Ägypter behielten die Gruppe zunächst dort. Da es keine Flüge in die Ukraine gab, setzte man sie schließlich in eine Maschine nach Stettin. Wäre es nicht sicherer, in Polen zu bleiben? Andrej schüttelt den Kopf. Drei Männer aus der Gruppe seien im wehrfähigen Alter. „Wir wollen kämpfen.“ Und Viktoria ergänzt: „Wir Frauen schleppen dann die Munition.“

Ukrainische Soldaten gestikulieren während einer Trainingseinheit außerhalb von Charkiw.
Ukrainische Soldaten gestikulieren während einer Trainingseinheit außerhalb von Charkiw. © Andrew Marienko/dpa

Ukraine-Krieg – Flüchtlinge über Aufnahme in Deutschland: „Es war der Horror“

Derweil sind andere Rückkehrer verzweifelt und schockiert über die Verhältnisse, die sie als Flüchtlinge im Westen erwarten. So wie Alexandra aus Charkiw. Gemeinsam mit ihren Eltern, ihrer vierjährigen Tochter und ihrer Freundin Valeria hatte sich die 28-Jährige bis nach Nürnberg durchgeschlagen. „Doch da haben sie uns in einen Karzer gesteckt“, sagte sie.

Wie eine Arrestzelle kam ihr die Erstaufnahmestelle in Deutschland vor. Sie scrollt durch Fotos auf ihrem Handy. „Wohncontainer, Etagenbetten, schmutzige Matratzen und auslaufenden Dixi-Toiletten – und drumherum Gitterzäune. Daneben ein Wohnheim, voll mit syrischen Männern. Es war der Horror.“

Alexandra sagt, die deutschen Behörden hätten ihr zwar bald eine bessere Unterkunft in Aussicht gestellt, doch die junge Frau hatte genug. Ihre Eltern ließ sie in Deutschland und ist nun mit ihrer Freundin und ihrer Tochter auf dem Rückweg nach Charkiw. „Man sitzt da, man hört die Einschläge, das ist nicht schön“, sagte sie. „Aber es ist wenigstens dein eigenes Haus, deine eigene Straße.“

Rückkehrer in die Ukraine: „Unser Volk wird überfallen, da kann ich nicht so dasitzen“

Zurück will auch Oleg Kowal. Der 27-jährige aus Kropywnyzkyj im zentralukrainischen Gebiet Kirowohrad hat ein halbes Jahr in Polen als Bauarbeiter gearbeitet. Mit einer großen Flasche Fanta und einer Tasche im Camouflage-Look steht er jetzt am Grenzübergang. „Unser Volk wird überfallen, da kann ich nicht so dasitzen.“ Fünf Jahre habe er in der ukrainischen Armee gedient. Nun will auch er kämpfen.

Ukraine-Konflikt - Lwiw
Junge Soldaten nehmen an der Trauerfeier von mehreren ukrainischen Soldaten in der Kirche der heiligen Apostel Peter und Paul teil, die während ihres Einsatzes gefallen sind. © Bryan Smith/dpa

Darüber hinaus sind es nicht nur Ukrainer, die sich dem Widerstand gegen die russischen Besetzer anschließen wollen. Eine Gruppe von durchtrainierten Finnen mit düsteren Tattoos und Armeerucksäcken zeiht wortkarg vorbei. Ihr Anführer verrät nur seinen Spitznamen: „Man nennt mich Oppe.“ Auch Luca aus Frankreich und sein Kumpel wollen über die Grenze. Warum? „Zum Helfen“, sagt der Kumpel vage. Doch Luca wird konkret: „Pour combat – zum Kämpfen.“ (lz/dpa)

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