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Unruhe in Russland – Rückzug aus Cherson „Verrat“

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Von: Helena Gries

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Die Ukraine erobert Cherson zurück. Ein rechtsgerichtetes Kampfkommando der russischen Armee bezeichnet den Rückzug als „Verrat am russischen Volk“.

Moskau/Kiew – Ist die Schlacht um Cherson in der Ukraine entschieden? Den Armeen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin war es bereits in den ersten Wochen nach dem Angriff auf die Ukraine gelungen, die Region zu besetzen. Zehntausende Soldaten wurden in der Gegend stationiert. Jetzt hat die russische Armee nach eigenen Angaben mehr als 30.000 Soldaten aus Cherson vom rechten Dnipro-Ufer abgezogen.

Diese Entscheidung im Ukraine-Krieg stößt in Russland teilweise auf lautstarke Kritik. Ein rechtes Kampfkommando hat den Rückzug der Moskauer Truppen aus Cherson als „Verrat am russischen Volk“ bezeichnet.

Ukraine-Krieg: Pro-russische rechtsgerichtete Gruppe kritrisiert Rückzug aus Cherson

Bei Telegram hat die sogenannte „Sabotage Assault Reconnaissance Group (DShRG) Rusich“ auf die Ankündigung des russischen Verteidigungsministers Sergei Schoigu, reagiert. Dieser hatte mitgeteilt, dass sich seine Streitkräfte vom Westufer des Dnjepr zurückziehen würden.

Die pro-russische rechtsgerichtete Gruppe, welche einst vom Neonazi Alexey Milchakov gegründet wurde, schrieb in einem Beitrag auf Telegram: „Die Stadt wurde nicht einmal vor der Kapitulation zerstört (alles hätte gesprengt werden sollen)“. Und weiter heißt es in dem Beitrag: „Für uns ist dies ein weiterer Verrat am russischen Volk“.

Ukraine-Krieg: „Konflikt wird wegen Cherson eskalieren“

Samuel Ramani, ein Militäranalyst und Associate Fellow des Royal United Services Institute, nahm auf den Beitrag der rechten Gruppe Bezug. Bei Twitter teilte er mit: „Der Konflikt zwischen Hardliner und Verteidigungsministerium wird wegen Cherson eskalieren“.

Ein zerstörter russischer Panzer steht am Rande von Iwaniwka, einem von der ukrainischen Armee nach der russischen Besetzung befreiten Dorf in der Provinz Cherson. Die russischen Streitkräfte haben ihren Rückzug aus der ukrainischen Region Cherson, einschließlich der Stadt Cherson, abgeschlossen.
Ein zerstörter russischer Panzer steht am Rande von Iwaniwka, einem von der ukrainischen Armee nach der russischen Besetzung befreiten Dorf in der Provinz Cherson. Die russischen Streitkräfte haben ihren Rückzug aus der ukrainischen Region Cherson, einschließlich der Stadt Cherson, abgeschlossen. © Celestino Arce Lavin/dpa

Der ehemalige britische Geheimdienstoffizier Philip Ingram sagte gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek, dass Cherson die erste Stadt war, die zu Beginn der russischen Invasion erobert worden sei und ein Tor zu vielen anderen Gebieten in der Ukraine darstelle. Aus politischer Sicht könnte die Verbreitung des Statements enorme Auswirkungen auf die russische Bevölkerung haben. (hg)

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