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Ukraine-Krieg: Putin kämpft mit erhöhtem Druck in Russland

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Ukraine-Krieg: Russische Familien erhöhen den Druck auf Putin (Symbolfoto).
Ukraine-Krieg: Russische Familien erhöhen den Druck auf Putin (Symbolfoto). © Sergei Savostyanov/dpa

In Russland mehren sich offenbar die kritischen Stimmen gegen den Ukraine-Krieg. Nun erhöhen russische Familien den Druck auf Wladimir Putin.

Moskau - Wladimir Putin kämpft im Ukraine-Krieg offenbar mit einigen Problemen. Berichten zufolge leiden die russischen Truppen unter hohen Verlusten und einer schlechten Versorgungslage. Gleichzeitig sollen Machtkämpfe um die Führung in Russland toben. Nun fordern mehr als 100 Familien russischer Soldaten Informationen darüber, wo ihre Angehörigen in der Ukraine kämpfen, berichtet die Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins Newsweek.

In einem Brief an den russischen Machthaber sollen die Familien um Hilfe bei der Suche nach ihren Kindern, Geschwistern und Ehepartnern bitten. Der Grund: Berichten zufolge haben verschiedene Ministerien und Abteilungen uneinheitliche Informationen darüber geliefert, ob die Soldaten noch leben, vermisst werden oder tot sind.

Ukraine-Krieg: In Russland wächst der Druck auf Putin

„Wir fordern, unsere Verwandten zu finden und sie auf die Liste der vermissten Kriegsgefangenen zu setzen“, schreiben die Familien. Der Brief liege dem von den USA finanzierten Radio Free Europe (RFE) vor.

„Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation blockiert seit mehr als fünf Monaten eine Änderung des Status der Soldaten, ungeachtet ihrer sich ständig ändernden Informationen“, heiße es in dem Schreiben. Die Angehörigen müssten selbst nach Fakten und Hinweisen suchen, um ihre Familienmitglieder aufzuspüren.

Die Verfasser:innen fordern von Moskau die Einrichtung regionaler Kontrollpunkte. So könnten die Familien Informationen über die Soldaten in der Ukraine erhalten. Zudem bitten die Mütter und Ehefrauen um ein Treffen mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Die Frauen wollten um die Rückführung der Gefangenen nach Russland und um die Durchführung von DNA-Tests von allen gefallenen Soldaten bitten.

Ukraine-Krieg: Frauen in Russland wollen Informationen über Angehörige

Eine Frau erklärte, dass sie vom Tod ihres 47-jährigen Mannes erfahren habe. Russische Soldaten hätten sie mit einem Anruf darüber informiert. Aber: Einige Tage später hätten ihr ukrainische Soldaten mitgeteilt, dass ihr Mann einen Angriff im Ukraine-Konflikt überlebt habe. Er werde in einem Krankenhaus behandelt. Bisher habe sie den Aufenthaltsort ihres Mannes nicht herausfinden können.

Eine weitere Frau erklärte gegenüber Radio Free Europe, sie haben ihren 23-jährigen Sohn nicht finden können, nachdem seine Division am 27. März durch Butscha gefahren sei. Sie vermutet, dass ihr Sohn tot sei. Aber niemand würde ihren Verlust bestätigen. „Ich mache niemandem einen Vorwurf, aber wenn diese Spezialoperation notwendig war, dann hätte sie durchdacht sein müssen, damit unsere Jungs nicht umsonst so sterben. Ich möchte, dass sie mir eine Antwort geben“, sagte sie. Falls ihr Sohn gefallen sei, verlange die Frau den Leichnam ihres Sohnes. (Jan Wendt)

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