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Putin „kämpft gerade um sein Leben“: Selenskyj-Berater verweist auf Angst nach Cherson-Rückzug

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Von: Felix Durach

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Wladimir Putin könnte durch den russischen Rückzug aus Cherson weiter an Rückhalt verlieren. Ein ukrainischer Offizieller sieht den russischen Präsidenten um sein Leben fürchten.

Kiew — Der Abzug der russischen Truppen aus der strategisch wichtigen Hafenstadt Cherson dürfte den Druck auf Wladimir Putin aus den eigenen Reihen weiter erhöht haben. Russlands Präsident „hat Angst um sein Leben“ mutmaßte Oleksiy Arestowich in einem Interview mit dem englischen Portal The Times. Der 47-jährige Ukrainer ist Berater von Andrij Jermak, dem Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros.

Ukraine-Krieg: Selenskyj-Berater sicher - Putin „kämpft gerade um sein Leben“

„Putin hat große Angst, weil es in Russland keine Vergebung für Zaren gibt, die Kriege verlieren“, führte Arestowich weiter aus. „Er kämpft gerade um sein Leben. Wenn er den Krieg verliert, zumindest in den Köpfen der Bevölkerung, bedeutet es das Ende. Das Ende seiner politischen Karriere. Und wahrscheinlich auch im physischen Sinn“, wie merkur.de berichtet.

Oleksij Arestowytsch, Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, in Kiew.
Oleksij Arestowytsch, Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, in Kiew. © Oleksii Chumachenko/imago-images

Schon seit Beginn des Ukraine-Kriegs gilt Cherson als strategisch wichtiger Knotenpunkt in der Ukraine. Die Metropole, in der vor dem Krieg knapp 300.000 Einwohner lebten, liegt an der Mündung des Flusses Dnjepr in das Schwarze Meer. Wegen dieser Lage gilt Cherson als wichtiger Brückenkopf für die ukrainischen Streitkräfte, um östlich des Dnjepr weiter vorzustoßen. Russland hielt die Stadt über Monate hinweg besetzt. Die gleichnamige Region wurde neben den Regionen Donezk, Luhansk und Saporischschja von Putin per Dekret annektiert.

Ukraine-News: Putin nach Rückzug aus Cherson vermehrt unter Druck

Im Rahmen der ukrainischen Gegenoffensive im Süden des Landes rechneten viele Experten mit erbitterten Kämpfen um die Stadt. Putin ordnete jedoch schließlich den Rückzug der russischen Truppen an und überließ der ukrainischen Armee Cherson kampflos.

Russlands Präsident Wladimir Putin auf einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Jerewan.
Russlands Präsident Wladimir Putin auf einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Jerewan. © imago-images

Die Entscheidung schlage nach Einschätzung von Arestowich nun Wellen in der russischen Führung. „Das hat sogar Menschen, die Putin sehr treu sind, gezwungen, daran zu zweifeln, dass sie diesen Krieg gewinnen können“, urteilt der Ukrainer. In den vergangenen Wochen war es bereits zu ungewohnt deutlicher Kritik an Russlands Kriegführung aus den eigenen Reihen gekommen. Allen voran Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow und Jewgeni Prigoschin, der Gründer der Söldnertruppe „Gruppe Wagner“, hatten sich unzufrieden über den Kriegsverlauf geäußert. (fd)

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