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Putin im Gespräch mit indischem Premierminister: „Wir werden alles tun, um den Krieg zu beenden“

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Von: Teresa Toth

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Wladimir Putin und Narendra Modi trafen sich beim Gipfel der sogenannten Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit.
Wladimir Putin und Narendra Modi trafen sich beim Gipfel der sogenannten Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. © Mikhail Metzel/dpa

Putin und der indische Premierminister Narendra Modi treffen sich auf einem Gipfel in Usbekistan. Dort beteuert Putin, er wolle alles für ein Kriegs-Ende tun.

Samarkand – Die ukrainische Gegenoffensive hat Erfolg: Viele russisch besetzte Gebiete konnte durch die ukrainischen Streitkräfte wieder zurückerobert werden und die russischen Truppen ziehen sich vielerorts zurück. Nun soll der russische Präsident Wladimir Putin in einem Gespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi gesagt haben, dass er alles dafür tun wolle, den Krieg in der Ukraine zu beenden.

Putin und Modi trafen sich beim Gipfel der sogenannten Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Shanghai Cooperation Organisation, SCO) am 15. und 16. September in Usbekistan. Wie Sky News berichtete, sprach Modi den Präsidenten auf den laufenden Angriffskrieg an: „Ich weiß, dass die heutige Zeit keine Zeit des Krieges ist. Ich habe mit Ihnen am Telefon bereits darüber gesprochen“, soll Modi zum Kreml-Chef gesagt haben.

Putin über Ende von Ukraine-Krieg: Er „verstehe Bedenken“ von Modi

Öffentlich kritisiert hat Indien das Vorgehen des Präsidenten in der Ukraine bislang allerdings nicht. Indien befindet sich in einem starken Abhängigkeitsverhältnis mit Russland, da rund 60 Prozent der indischen Rüstungsgüter aus Russland kommen – teilweise stammen sie noch aus Zeiten der Sowjetunion. Zudem bezieht Indien große Mengen Düngemittel aus Russland und liefert Lebensmittel. Seitdem die Energiepreise für Treibstoff aus Russland gefallen sind, deckt sich Delhi dort günstig ein.

Auf Modis Aussage soll Putin nach kurzem Zögern erwidert haben, dass er die Bedenken des Premierministers nachvollziehen könne und dass Moskau alles dafür tun würde, den Krieg baldmöglichst zu beenden. „Ich kenne Ihren Standpunkt zum Konflikt in der Ukraine und ihre Bedenken“, so der russische Machthaber. „Wir werden alles tun, um ihn so schnell wie möglich zu beenden.“

Putin über Ende von Ukraine-Krieg: Er schlug bedeutendes Friedensangebot bereits aus

Damit meinte Putin mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, die eigenen Truppen aus der Ukraine abzuziehen – stattdessen hofft er trotz der jüngsten Niederlagen seines Militärs auf ein Einknicken den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seine Zustimmung zu Putins Forderungen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll Putin allerdings bereits ein bedeutendes Angebot aus Kiew abgelehnt haben.

Wenige Tage nach Kriegsbeginn habe die Ukraine ein Friedensabkommen vorgeschlagen, dass sogar garantierte, dass die Ukraine der NATO nicht beitreten würde – wodurch eine zentrale russische Forderung erfüllt worden wäre. Dass es ein ähnliches Angebot erneut aus Kiew geben wird, ist vor dem Hintergrund der jüngsten Entdeckung der durch die ukrainischen Streitkräfte zurückeroberten Stadt Isjum unwahrscheinlich: Die Truppen fanden dort bislang 450 Gräber mit Leichen, die „Anzeichen eines gewaltsamen Todes“ aufweisen. (tt)

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