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Ukraine-Krieg: Putins Zorn trifft Charkiw aufs Härteste

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Unzählige Gebäude in Charkiw wurden durch russischen Beschuss im Ukraine-Krieg schwer beschädigt.
Unzählige Gebäude in Charkiw wurden durch russischen Beschuss im Ukraine-Krieg schwer beschädigt. © Felipe Dana/AP/dpa

Nach militärischen Verlusten im Ukraine-Krieg werden die Angriffe der russischen Armee auf Charkiw härter. Doch viele Bewohner:innen weigern sich, zu fliehen.

Charkiw – Das Ausmaß der Zerstörung ist enorm. Die ukrainische Millionenstadt Charkiw ist vom russischen Militär umzingelt, steht quasi unter Dauerbeschuss. Das Militär der Ukraine meldete am Donnerstag (28.04.2022) verstärkte Angriffe Russlands im Osten. Moskau ziehe etwa zusätzliche Kräfte in der Nähe von Isjum im Gebiet Charkiw zusammen. 

 „Wenn sie die Stadt nicht haben können, wollen sie zumindest das Leben hier so unerträglich machen, dass Charkiw nicht mehr bewohnbar ist“, zitiert The Daily Beast einen ukrainischen Frontsoldaten. Die Armee habe erwartet, „dass die Menschen verzweifelt herumrennen würden, sobald sie die Stadt betreten. Aber das haben sie nicht, sie haben sich gewehrt“, erklärt er. 

Ukraine-Krieg: Star-Architekt bietet Hilfe beim Wiederaufbau von Charkiw an

Etwa 16 Kilometer außerhalb befänden sie sich nun nach ihrem Rückzug und bombardieren die Stadt. In Charkiw selbst sei es gespenstisch still, wie The Daily Beast berichtet – abgesehen von den Raketeneinschlägen, die zeitweise minütlich zu hören sind. Viele Menschen weigerten sich, die Stadt zu verlassen, doch die meisten befänden sich in ihrem Zuhause. „Ursprünglich haben wir die Stadt in gefährliche Bereiche eingeteilt, etwa das Zentrum und den Osten nahe der russischen Grenze, die anderen Bereiche empfanden wir als sicherer“, zitiert The Daily Beast die 23-jährige Nastya. Nun sei es nirgendwo in der Stadt sicher.

Ukraine-Krieg: Charkiw muss neu aufgebaut werden

Mindestens ein Viertel der Gebäude in Charkiw sind zerstört. Der britische Stararchitekt Norman Foster hat seine Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem Ukraine-Krieg angeboten. Der 86-Jährige habe sich Anfang der Woche per Videoschalte mit dem Bürgermeister Ihor Terechow ausgetauscht, teilten die Stiftung des Architekten und die Stadtverwaltung mit. Foster stellte demnach einen Plan zum Wiederaufbau der Stadt vor, die für ihre Jugendstil-Architektur bekannt ist. In einem Auszug aus dem Videotelefonat des Architekten mit Charkiws Bürgermeister, das die Stadtverwaltung am Mittwoch auf Facebook veröffentlichte, sagte Terechow, er würde Fosters „neuen, fortschrittlichen Stil wirklich gerne in unserer Stadt sehen“.

Charkiw benötige neue Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten sowie Büros für den IT-Sektor. Ende März hatte der Bürgermeister berichtet, dass durch den Ukraine-Krieg mehr als 50 Kindergärten, fast 70 Schulen und 15 Krankenhäuser vernichtet worden seien. 1180 mehrgeschossige Wohnhäuser seien bis zu diesem Zeitpunkt zerstört worden. In der Zwischenzeit hat es weitere harte Angriffe auf die Millionenstadt Charkiw gegeben, sodass der Grad der Zerstörung mit jedem Tag steigt. (tk mit dpa/afp)

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