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Ukraine-Krieg: Putin will türkische Drohnen – und holt sich eine Absage

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Von: Stefan Krieger

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Der russische Präsident Wladimir Putin soll die Türkei gebeten haben, ihn beim Erwerb oder Bau von Drohnen zum Einsatz gegen die Ukraine zu unterstützen.

Moskau – Einem Bericht von CNN zufolge drängt der russische Präsident Wladimir Putin darauf, Drohnen vom türkischen Unternehmen Baykar erwerben zu können. Baykar ist ein Drohnenhersteller, der in der Vergangenheit unbemannte Flugdrohnen an die Ukraine geliefert hat, die jetzt im Ukraine-Krieg eingesetzt werden.

Am Dienstag (26. Juli) berichtete CNN, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen mit Mitgliedern des Zentralen Exekutivkomitees der AKP-Partei sagte, Putin habe ihn kürzlich auf die Gründung einer Baykar-Drohnenfabrik in Russland angesprochen. „Putin sagte: ‚Lasst uns mit Baykar zusammenarbeiten‘“, so Erdogan laut CNN während des Treffens.

Drohnen für Putin: Bayraktar will die Ukraine unterstützen

In einer Stellungnahme gegenüber CNN erteilte Geschäftsführer Haluk Bayraktar Putins Wunsch allerdings eine Absage. „Wir haben ihm nichts geliefert, [und] wir werden so etwas auch nie tun, denn wir unterstützen die Ukraine, ihre Souveränität und ihren Widerstand für ihre Unabhängigkeit.“ Er stellte die Unterstützung für die Ukraine heraus und sagte: „Wir sind wirklich stolz und es ist sehr bewegend für uns, Teil des großen Widerstands der Ukraine zu sein. Wie Sie wissen, ist die Ukraine sehr schweren Aggressionen und unverhältnismäßigen Angriffen ausgesetzt.“

Ukrainische Soldaten stehen bei einer Bayraktar TB2 UCAV-Drohne. (Archivbild)
Ukrainische Soldaten stehen bei einer Bayraktar TB2 UCAV-Drohne. (Archivbild) © dpa

USA: Noch keine Drohnen für Putin aus dem Iran

Unterdessen hat Russland bislang nach Einschätzung der USA keine iranischen Kampfdrohnen für den Krieg gegen die Ukraine erworben. „Wir haben keine Anzeichen für eine Lieferung oder einen Kauf iranischer Drohnen durch das russische Verteidigungsministerium gesehen“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Dienstag.

Aber allein die Tatsache, dass Kremlchef Wladimir Putin, dessen Stellung im Kreml immer wieder Anlass zu Spekulationen gibt, sich für diese Art von Technologie an den Iran gewandt habe, sage schon einiges aus, so Kirby weiter. „Es zeigt, dass er sich durch die Sanktionen und die Exportkontrollen in seinen eigenen Möglichkeiten, fortschrittliche Fähigkeiten einzusetzen, eingeschränkt fühlt.“

Die USA hatten zuletzt erklärt, dass sie davon ausgingen, dass Russland iranische Kampfdrohnen erwerben wolle. So habe offenbar eine russische Regierungsdelegation bereits einen iranischen Flughafen für eine Vorführung angriffsfähiger Drohnen besucht, hieß es. Putin war zuletzt für ein Gipfeltreffen mit seinem iranischen und türkischen Amtskollegen in Irans Hauptstadt Teheran gereist.

Gipfeltreffen in Teheran
Putin und Erdogan beim Gipfeltreffen in Irans Hauptstadt Teheran. © Sergei Savostyanov/dpa

Zu Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine hatte der türkische Präsident Erdogan Wladimir Putin und den Kreml kritisiert und die Invasion als „inakzeptabel“ bezeichnet. Darüber hinaus veröffentlichte Erdogans Büro im März einen Tweet, in dem zu einem Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine aufgerufen wurde. (Stefan Krieger/dpa)

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