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Ukraine-Gegenoffensive: Reagiert Putin mit Atomwaffen? Militärexperten besorgt

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Von: Tom Offinger

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Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs droht Russland immer wieder mit dem Einsatz von Nuklearwaffen. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, vermuten Militär-Experten.

Kiew/München - Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs am 24. Februar diesen Jahres blickt die Welt in eine ungewisse Zukunft. Als eine der ersten Reaktionen auf die harten Sanktionen des Westens versetzte Russlands Präsident Wladimir Putin seine Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft.

Bis heute schwebt die Gefahr einer nuklearen Auseinandersetzung weiter auf den Geschehnissen in der Ukraine, aktiv passiert ist allerdings noch nichts. Gebannt ist die Bedrohung noch lange nicht, eher steigert sich die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation, vermuten Experten, wie merkur.de berichtet.

Greift Putin zur Atomwaffe? Gegenoffensive könnte Gefahren bergen

Sie wird kommen, die Frage ist nur wann: Eine ukrainische Gegenoffensive läuft, um die von Russland eroberten Gebiete im Süden und Osten des Landes zurückzuerobern. Insbesondere die Regionen um Cherson, Saporischschja und die Separatistengebiete der Oblaste Donezk und Luhansk sind im Visier von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Offiziell sind die Gebiete nur besetzt, annektiert hat Russland sie noch nicht, doch genau darin könnte ein großes Risiko liegen.

Das Institute for the Study of War (ISW) vermutet in einem am 19. Juli erschienenen Dokument, dass die russische Doktrin es nach einer Annexion durchaus ermöglichen könnte, Nuklearwaffen zur Verteidigung einzusetzen. Diese Pläne könnten von Putin direkt oder indirekt angekündigt werden, sobald die betroffenen Gebiete angeschlossen würden. „Diese Drohung eines nuklearen Angriffs könnte gegen die Ukraine und ihre Partner dann angewandt werden, sollten die Gegenoffensiven zur Befreiung von russisch-besetztem Gebiet fortgeführt werden“, deutet das Dokument an.

Eine russische Interkontinentalrakete Topol bei einer Rüstungsausstellung.
Eine russische Interkontinentalrakete Topol bei einer Rüstungsausstellung. © YNA/dpa

Rückeroberung der Ukraine: Westen bleibt wohl wenig Zeit

Weiterhin nimmt das Institut an, dass Putin überzeugt sei, dieses Säbelrasseln würde Russlands Abschreckung wiederherstellen, insbesondere da die bisherige Invasion mit zahllosen Verlusten katastrophal verlaufen war. „Für die Ukraine und ihre Partner könnte sich ein sehr kleines Fenster bieten, um eine ukrainische Gegenoffensive in den besetzten Gebiete umzusetzen, bevor der Kreml tatsächlich eine Annexion der Regionen vorantreibt“, schließt das Dokument.

Atommächte und in deren Besitz befindliche Nuklearwaffen 2021
Atommächte und in deren Besitz befindliche Nuklearwaffen 2021 © dpa

Mit rund 6255 atomaren Sprengköpfen verfügte Russland im Jahr 2021 noch über das größte Atomwaffenarsenal der Welt (Quelle: dpa). Das sind rund 800 mehr solcher Waffen als die Vereinigten Staaten besitzen. (to)

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