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Ukraine: Politiker und Zivilisten wurden in russischer Haft gefoltert

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Von: Constantin Hoppe

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Die Ukraine wirft russischen Soldaten schwere Misshandlungen der Zivilbevölkerung vor. (Archivfoto)
Die Ukraine wirft russischen Soldaten schwere Misshandlungen der Zivilbevölkerung vor. (Archivfoto) © RIA Novosti / Imago Images

Hunderte Menschen, Zivilisten und Lokalpolitiker wurden in der Ukraine von russischen Soldaten verhaftet. Dabei soll es auch zu Folter gekommen sein.

London - Hunderte von Ukrainern, darunter Zivilisten und Lokalpolitiker, wurden im Zuge des Ukraine-Krieges von russischen Streitkräften in den besetzten Gebieten verhaftet. Viele von ihnen sollen während ihrer Haftzeit Folter erlitten haben, das berichtete die UN gegenüber der britischen BBC.

UN-Beobachter hätten „Fälle von Folter und Misshandlung von Zivilisten“ dokumentiert, die in improvisierten und ehemaligen offiziellen Haftanstalten stattgefunden hätten. Als Täter seien entweder „russische Streitkräfte“ oder „bewaffnete Gruppen“ genannt worden.

Ukraine-Krieg: „Fälle von Folter und Misshandlung von Zivilisten“ dokumentiert

Insgesamt 271 Fälle wurden überprüft, bei denen Zivilisten und Politiker von russischen Militärangehörigen verhaftet worden seien. In vielen dieser Fälle erlebten die Betroffenen in der anschließenden Haft Fälle von Folter, berichtete die BBC. Das russische Verteidigungsministerium bezog zu diesen Vorwürfen keine Stellung.

Zu den Vorwürfen gehörten „glaubwürdige Behauptungen über Schläge, Strangulationen, Stromschläge, sexuelle Gewalt und Drohungen mit Schusswaffen, Drohungen mit körperlicher Gewalt gegen Angehörige und die Bereitstellung von keinem oder nur wenig Essen“, so das UN-Menschenrechtsbüro. Jedoch lassen sich diese Vorwürfe in der derzeitigen Lage bislang nicht von der UN abschließend überprüfen.

Krieg in der Ukraine: Zivilisten und Lokalpolitiker berichten von Verhaftungen und Folter durch russische Soldaten

Ein ukrainischer Lokalpolitiker aus der Gemeinde Schewtschenkiwska in der Südukraine, berichtete der BBC unabhängig von dem UN-Bericht, sei nach seiner Entführung durch russische Streitkräfte einer Wasserfolter, Schlägen und Elektroschocks ausgesetzt worden. Weitere Vorfälle soll es in der besetzten ukrainischen Stadt Cherson gegeben haben.

In einer kurzen Erklärung bezeichnete das ukrainische Verteidigungsministerium die Inhaftierung und Folterung von Lokalpolitikern als „beschämend“ und erklärte, alle Vorwürfe müssten dringend untersucht werden. „Russland sollte die Hauptverantwortung tragen“, fügte das Ministerium hinzu.

Die Generalstaatsanwältin der Ukraine erklärte, ihr Amt erhalte täglich 200 bis 300 Berichte über Kriegsverbrechen, könne aber nicht jeden Fall „ordnungsgemäß und effektiv“ untersuchen, da es an Zugang zu den betroffenen Gebieten fehle. (con)

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