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Neue Panzer und Kampfjets machen Ukraine „wirklich optimistisch“

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Von: Nail Akkoyun

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Oleksij Resnikow (l.), Verteidigungsminister der Ukraine, während eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister:innen im Rahmen der Ukraine Defense Contact Group im NATO-Hauptquartier. (Archivfoto)
Oleksij Resnikow (l.), Verteidigungsminister der Ukraine, während eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister:innen im Rahmen der Ukraine Defense Contact Group im NATO-Hauptquartier. (Archivfoto) © Olivier Matthys/dpa

In Kiew rechnet man in Zukunft mit westlichen Lieferungen von Panzern und Kampfjets für den Ukraine-Krieg. Davon könnte auch der Westen profitieren.

Kiew – Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow glaubt an baldige, westliche Lieferungen von Panzern und Kampfflugzeugen. Bevor die europäischen Verbündeten entsprechende Lieferungen zusagen, müssten Resnikow zufolge jedoch die USA den Weg vorgeben. Aus Deutschland hieß es bislang, dass man nicht das erste Land sein werde, dass schwere Panzer der Nato-Klasse in die Ukraine schicke, um von Russland nicht als Kriegspartei wahrgenommen zu werden.

„Ich bin wirklich optimistisch, dass Abrams-Panzer in der Zukunft möglich sind, und ich bin sicher, dass Kampfjets wie F-16, F-15 oder Gripen aus Schweden ebenfalls möglich sein werden“, sagte Oleksij Resnikow in einem Interview mit politico.com. Weiter betonte er, dass viele der einst als Tabu geltenden Güter – wie etwa Drohnen und Raketen – schlussendlich doch nach Kiew geliefert worden sind.

Der Westen müsse alsbald entscheiden, welche Art von Kampfpanzern man den ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen werde. Man verstehe, „dass alle unsere Partner, die eine Industrie haben, die Panzer produzieren kann – wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland – auf die politische Entscheidung der Vereinigten Staaten warten werden“, sagte Resnikow.

Ukrainischer Verteidigungsminister: Ukraine-Krieg als „Testfeld“ für den Westen

Bezüglich der Kampfjets werden aktuell erste Gespräche über die Lieferungen von F-16-Jets in Washington geführt, allerdings geht man in den USA dem Bericht von Politico zufolge davon aus, dass Lieferungen wenig Sinn ergeben würde. Demnach sei die Ausbildung der ukrainischen Piloten sowie das Beschaffen von Ersatzteilen mitten im Krieg logistisch schwierig. Resnikow argumentierte hingegen, dass der Ukraine-Krieg auch eine Möglichkeit darstelle, die eigene Ausrüstung gegen die vermeintlich zweitstärkste Armee der Welt zu testen.

„Wir haben während dieses Krieges in der Ukraine ein Kampftestfeld“, sagte Resnikow. „Ich denke, dass alle [Länder] sehen, wie wir diese Systeme einsetzen […] es ist also wie ein Wettbewerb zwischen den Systemen“. Derzeit werden etwa westliche Systeme gegen russische Marschflugkörper und iranische Drohnen eingesetzt, mit denen Russland unter anderem die ukrainische Infrastruktur angreift.

Ukraine-Krieg: Verteidigungsminister glaubt an Sieg – mit westlicher Hilfe

Im August trafen sich die USA und eine Gruppe von Verbündeten, darunter auch Deutschland, in Kopenhagen, um einen Plan für die langfristige Unterstützung der Ukraine auszuarbeiten. Dabei habe Resnikow laut eigener Aussage das Gefühl bekommen, dass die westlichen Länder bereit seien, noch jahrelang zu helfen. Auch bei einem Treffen in Brüssel im Oktober habe er „die Emotionen und das echte Engagement der Verteidigungsminister der verschiedenen Länder und auch der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs gespürt.“

Oleksij Resnikow brachte zudem die Idee ins Spiel, mit Polen, Großbritannien und Deutschland zu kooperieren, um Waffen und Ausrüstung zu entwickeln, die in der Ukraine gebaut werden könnten. Wichtig sei insbesondere, dass er von allen Seiten ein klares Signal erhalte, „dass die Länder die Ukraine bis zum Ende dieses Krieges unterstützen werden.“ Resnikow sei sicher, „dass das Ende dieses Krieges einen Sieg für die Ukraine bedeuten wird.“ (nak)

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