1. Startseite
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Mysteriöse Todesfälle russischer Oligarchen häufen sich

Erstellt:

Von: Vincent Büssow

Kommentare

In Russland häufen sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Meldungen über Todesfälle russischer Oligarchen: In vielen Fällen gibt es Zweifel an der offiziellen Version.

Update vom Freitag, 29. April, 11.00 Uhr: Weiterhin sind zahlreiche Fragen offen. Die Ermittlungen zu Fällen mysteriöser Todesfälle in russischen Oligarchenfamilien laufen. Mittlerweile haben sich Angehörige zu Wort gemeldet.

Erstmeldung vom Samstag, 23. April, 09.00 Uhr: Moskau – Die Todesfälle zweier Oligarchen aus Russland sorgen derzeit für weltweites Aufsehen. Sergej Protosenja und Vladislav Avayev wurden innerhalb von 24 Stunden zusammen mit mehreren Familienangehörigen tot aufgefunden. Während die Frauen und Töchter der Oligarchen offenbar ermordet wurden, deuten die Hinweise bei Protosenja und Avayev selbst auf Suizid hin.

Russischer Präsident: Wladimir
Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archivfoto) © SNA/Imago Images

Für die zuständigen Ermittler steht deshalb die Vermutung von erweitertem Selbstmord im Raum. Die zeitliche Nähe der Fälle sorgt allerdings für Zweifel an dieser Theorie, wobei bereits eine Reihe an Oligarchen aus Russland in diesem Jahr unter ähnlichen Umständen ums Leben gekommen sind.

Ukraine-Krieg: Suizide unter russischen Oligarchen geben Rätsel auf

Insbesondere seit Beginn des Ukraine-Kriegs am 24. Februar häufen sich die mutmaßlichen Suizide russischer Oligarchen. So wurde bereits einen Tag nach der Invasion der hochrangige Gazprom-Mitarbeiter Alexander Tjuljakov tot in seinem Landhaus nahe St. Petersburg gefunden, wie das Portal Newsweek berichtet.

Wladimir Putin
Russlands Präsident Putin bei einem diplomatischen Treffen im Kreml. © Vladimir Astapkovich/AFP

Eine Notiz neben seinem Körper deutete auch in diesem Fall auf Selbstmord hin. Im Zuge der forensischen Ermittlungen wurde der Tatort allerdings von Gazprom-Sicherheitspersonal übernommen, und die Polizei ausgeschlossen. Das teilte ein Ermittler in dem Fall mit.

Ukraine-Krieg: Todesfälle von Oligarchen aus Russland häufen sich aktuell

Wenige Tage darauf, am 28. Februar, wurde die Leiche eines weiteren Multimillionärs aus Russland gefunden. Mikhail Watford hatte sich offenbar erhängt. Der 66-Jährige, in der Ukraine geborene Energiemagnat, lebte in Großbritannien. Die britische Polizei fand bei der Ermittlung von Watfords Tod keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Der mutmaßliche Suizid des Milliardärs Vassili Melnikow, der am 24. März bekannt wurde, weist hingegen stärkere Ähnlichkeiten zu den beiden jüngsten Fällen auf. Melnikov wurde mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen tot aufgefunden, wobei die Mordwaffe am Tatort gefunden wurde.

Bereits bevor Wladimir Putin die Invasion in die Ukraine begonnen hatte, gab es ähnlich mysteriöse Todesfälle von Oligarchen aus Russland. So wurde Leonid Shulman, Top-Manager von Gazprom, im Januar tot in der Leningrad-Region aufgefunden, wie Newsweek berichtet. Auch hier wurde eine Nachricht gefunden, die auf Suizid hindeutet, wobei Gazprom selbst angekündigt hat, den Fall zu untersuchen.

Ukraine-Krieg: Tod von Oligarch aus Russland – Polizei untersucht auch Fremdeinwirken

Bisher ist lediglich in dem Fall von Sergej Protosenja bekannt, dass die Polizei ein Fremdeinwirken in ihre Ermittlungen einbezieht. Demnach könnte die Familie ermordet worden sein, wobei der Tatort im Nachhinein so inszeniert, dass es wie ein Selbstmord aussah. In manchen der Todesfälle steht außerdem die Überlegung im Raum, dass die schweren westlichen Sanktionen gegen Russland Grund für die mutmaßlichen Suizide gewesen sein könnten. (vbu)

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bei Depressionen und anderen psychischen Notfall-Situationen gibt es außerdem unter www.deutsche-depressionshilfe.de. Hilfe bietet auch der Krisendienst Frankfurt unter 069-611375. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.bsf-frankfurt.de.

Auch interessant

Kommentare