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Ukraine: Die Toten auf dem Weg nach Europa

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Von: Peter Rutkowski

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Im Parlament in Kiew wird Europas Fahne gehisst. Auf Odessa gehen wieder Raketen nieder. Im Donbass geht das Sterben unvermindert weiter.

Kiew - Am Freitagvormittag wurde im Plenarsaal des ukrainischen Parlaments erstmals die Europa-Fahne aufgezogen. Just hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, zugeschaltet per Video, der ukrainischen Nation gesagt: „Sie haben den Zuspruch und den Respekt aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union errungen.“

Präsident Wolodymyr Selenskyj antwortete, der nun erreichte Status eines Beitrittskandidaten sei „eine große Ehre und eine große Verantwortung“, auf dem eingeschlagenen Weg weiter nach Europa zu gehen. „Und wir sollten nun schnell vorankommen auf diesem Weg.“

Auf diesem vom ukrainischen Rettungsdienst zur Verfügung gestellten Foto steht ein Feuerwehrmann vor einem, nach russischen Raketenangriffen beschädigten Wohnhaus in Odessa. Viele Menschen ließen ihr Leben, darunter auch Kinder.
Auf diesem vom ukrainischen Rettungsdienst zur Verfügung gestellten Foto steht ein Feuerwehrmann vor einem, nach russischen Raketenangriffen beschädigten Wohnhaus in Odessa. Viele Menschen ließen ihr Leben, darunter auch Kinder. © Ukrainian Emergency Service/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Angriff auf Odessa

Zwei Kinder werden diesen Weg nicht bis zu Ende gehen können. Sie und mehr als ein Dutzend Erwachsene kamen in der Nacht auf Freitag beim Einschlag einer russischen Rakete in einen Wohnblock in einem Dorf am Rande von Odessa ums Leben. Weitere 38 Personen aus dem Block, darunter sechs Kinder und eine Schwangere, wurden bei dem Angriff verletzt. Fast zeitgleich kamen bei einem zweiten Treffer in dem Dorf ein Erwachsener und ein Zwölfjähriger ums Leben. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies die Presse diesbezüglich zurecht, dass nach den Worten von Wladimir Putin „Russlands Streitkräfte nicht mit zivilen Zielen operieren“.

Zu den zivilen Zielen, mit den Russlands Armee angeblich nicht „operiert“, gehört dementsprechend auch nicht die Ölraffinerie von Lyssytschansk im Donbass, die am Freitag in den Fokus der dortigen Gefechte geriet. Während die Russen ihre Einnahme verkündeten, widersprachen die Ukrainer dem. Der ukrainische Generalstab vermeldete, man habe weiter südlich bei Bachmut mehrere Angriffe russischer Truppen abwehren können. Die auch am Freitag wieder bombardierte Stadt ist ein Angelpunkt der wahrscheinlichen Rückzugslinie der noch bei Lyssytschansk und Bilohorivka kämpfenden Verbände. Auch auf Slowjansk, den nördlichen Angelpunkt dieser Linie, schoss im Lauf des Tages vermehrt die russische Artillerie.

An der Südfront beobachten westliche Fachleute Geländegewinne durch die Ukrainer. Dort macht sich der Mangel an Truppen bemerkbar. Sie hat Moskau in den Donbass abgezogen. (Peter Rutkowski)

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