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Putins Gier: Russischer Präsident soll Friedensabkommen abgelehnt haben

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Von: Nail Akkoyun

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Lange vor der ukrainischen Gegenoffensive soll Wladimir Putin ein bedeutendes Angebot aus Kiew abgelehnt haben – eine mögliche Schicksalsentscheidung.

Moskau/Kiew – Der russische Präsident Wladimir Putin soll wenige Tage nach Kriegsbeginn ein mögliches Friedensabkommen mit der Ukraine abgelehnt haben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei nicht näher genannte Quellen, die der russischen Führung nahestehen. Das Angebot soll von Putins wichtigstem Gesandten, Dmitri Kosak, unterbreitet worden sein – doch der Kreml-Chef habe aufgrund „erweiterter Annexionsziele“ abgeschlagen.

Dem Bericht zufolge soll Kosak eine Vereinbarung mit der ukrainischen Delegation getroffen haben, die garantierte, dass die Ukraine nicht der Nato beitritt. Damit wäre eine zentrale russische Forderung bereits erfüllt worden. Doch das habe Putin nicht ausgereicht. Stattdessen erweiterte das Staatsoberhaupt seine Ziele und fasste laut Reuters „die Annexion von Teilen des ukrainischen Territoriums“ ins Auge.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Wladimir Putin soll Plan kurzfristig geändert haben

Was genau das ukrainische Angebot neben dem Nato-Beitrittsverzicht beinhaltet haben soll, ist unklar. Allen drei Quellen zufolge habe Wladimir Putin aber impulsiv reagiert und das Vorhaben intensivieren wollen. „Alles wurde abgeblasen. Putin hat den Plan einfach im Laufe der Verhandlungen geändert“, wird eine der Quellen von Reuters zitiert.

Wladimir Putin während einer Marine-Parade am 31. Juli 2022.
Wladimir Putin während einer Marine-Parade am 31. Juli 2022. © Olga Malteseva/AFP

Der Zeitpunkt der Verhandlungen wurde von den drei Befragten unterschiedlich angegeben. Während zwei Personen sagten, dass das Friedensangebot „innerhalb weniger Tage“ nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs unterbreitet worden sei, behauptete die dritte Quelle, dass Dmitri Kosak die Offerte „kurz vor“ dem Einmarsch am 24. Februar vorgelegt habe.

Kosak, der selbst in der Ukraine geboren wurde, war seit 2020 Putins Chefunterhändler für den Donbass. Wie Reuters-Recherchen ergaben, hatte sich Kosak drei Tage vor Kriegsbeginn allerdings gegen den russischen Überfall ausgesprochen. Inzwischen sei er seine Rolle als Unterhändler los, wie sechs ungenannte Quellen bestätigten. „Soweit ich weiß, ist Kosak nirgendwo zu sehen“, soll eine Quelle gesagt haben.

Ukraine-Krieg: Kreml dementiert angebliches Angebot

Moskau reagierte prompt auf die Behauptungen und dementierte die Echtheit des Reuters-Berichts. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber der britischen Nachrichtenagentur: „So etwas ist nie passiert.“ Aktuell sieht sich Russland mit einer erfolgreichen Gegenoffensive der Ukraine konfrontiert – dabei könnte es sich um einen echten Wendepunkt im Krieg handeln.

Dementsprechend scheinen derzeit eher russische statt ukrainische Verhandlungsangebote wahrscheinlich, welche auch vom russischen Außenminister Sergej Lawrow zuletzt nicht ausgeschlossen worden. Ex-Präsident Dmitri Medwedew forderte in einem Telegram-Beitrag hingegen die „vollständige Kapitulation des Kiewer Regimes“. (nak)

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