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Ukraine-Verhandler durch Russland vergiftet? Kiew weist heiklen Bericht zurück

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Von: Richard Strobl

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Ukraine-Verhandlungen: Das von der belarussischen Staatsagentur BelTA verbreitete Bild zeigt Mykola Tochytskyi (l-r), stellvertretender Außenminister der Ukraine, Oleksiy Reznikov, Verteidigungsminister der Ukraine, Davyd Arakhamia, Fraktionsvorsitzender der ukrainischen Diener des Volkes, Mychajlo Podoljak, Berater des Chefs des Präsidialamtes der Ukraine, Boris Gryzlov, russischer Botschafter in Belarus, Leonid Slutsky, Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der russischen Staatsduma, Wladimir Medinskij, russischer Präsidentenberater und Leiter der russischen Delegation, Alexander Fomin, stellvertretender Verteidigungsminister, und Andrej Rudenko, stellvertretender Außenminister, die an den russisch-ukrainischen Gesprächen teilnahmen.
Ukraine-Verhandlungen: Das von der belarussischen Staatsagentur BelTA verbreitete Bild zeigt Verhandler, die Anfang März an den russisch-ukrainischen Gesprächen teilnahmen. ©  Uncredited/BelTA/AP/dpa (Archivfoto von Anfang März)

Russland und die Ukraine verhandeln über ein Kriegs-Ende. Ein Bericht spricht nun von Vergiftungs-Symptomen bei den Verhandlern. Kiew dementiert.

Update vom 28. März, 19.55 Uhr: Wurden ukrainische Verhandler vergiftet? Teilnehmer an den Verhandlungen haben derartige Berichte nun zurückgewiesen. Alle Mitglieder der Verhandlungsgruppen würden normal arbeiten, sagte der ukrainische Unterhändler Mychajlo Podoljak örtlichen Medien zufolge am Montag. „Im Informationsbereich gibt es gerade viele Spekulationen, unterschiedliche Verschwörungsversionen und Elemente des einen oder anderen Informationsspiels.“

Die US-Zeitung Wall Street Journal berichtete am Montag, Mitglieder der Delegationen, darunter der russische Oligarch Roman Abramowitsch, seien Anfang März vergiftet worden (siehe Erstmeldung). Sie hätten Symptome gezeigt, wie es sie bei der Vergiftung mit Chemiewaffen gebe. Ein „Opfer“ sei Abramowitsch gewesen. Dem Bericht zufolge wollten demnach Hardliner in Moskau einen Erfolg der Friedensverhandlungen verhindern.

Ukraine-News: Verhandler von Russland vergiftet? Heikler Bericht: Auch Abramowitsch betroffen?

Erstmeldung vom 28. März, 18.30 Uhr: Kiew - Der Ukraine-Konflikt*, der längst zu einem Krieg geworden ist, geht weiter. Russland und die Ukraine konnten sich trotz anhaltender Verhandlungen zu einem Frieden bislang nicht einigen. Jetzt sorgt ein heikler Bericht aus den USA für Wirbel: Offenbar sollen einige Verhandler unter Vergiftungserscheinungen gelitten haben.

Wirbel um Ukraine-Verhandlungen: Abgesandte vergiftet?

So sollen gleich mehrere Friedensunterhändler nach einem Treffen Anfang März in Kiew unter seltsamen Symptomen gelitten haben. Das berichtet unter anderem das Wall Street Journal unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Mitglieder der ukrainischen Delegation hätten demnach Symptome wie rote Augen, ständiges und schmerzhaftes Tränen der Augen, sowie Hautabschälungen im Gesicht und an den Händen gezeigt.

Betroffen waren demnach mindestens zwei hochrangige Mitglieder des ukrainischen Teams sowie auch der russische Oligarch Roman Abramowitsch. Er soll nach Angaben eines Journalisten des britischen Guardians sogar für mehrere Stunden sein Augenlicht verloren haben. Der frühere Klubbesitzer des englischen Erstligisten Chelsea London gehörte zur Delegation des ukrainischen Abgeordneten Rustem Umerov und gilt als Vermittler bei den Verhandlungen. Den Betroffenen geht es mittlerweile aber wieder gut, heißt es weiter.

Ukraine-Gesandte bei Russland-Verhandlungen vergiftet? Experten sprechen über mögliche Ursache

Experten sagten dem Wall Street Journal, dass die Symptome durch chemische oder biologische Waffen oder auch durch einen Angriff mit elektromagnetischer Strahlung herrühren könnten. Unabhängig zu prüfen sind die schweren Vorwürfe bislang nicht. Auch, ob wirklich Russland verantwortlich ist, ist nicht gesichert. Genau das wirft aber die Quelle des Wall Street Journals Russland vor. Dadurch versuche Putin die Gespräche hinauszuzögern und den Krieg so zu verlängern. Der Kreml hat bislang nicht auf die Gerüchte reagiert.

Unterdessen berichtet die Ukraine, dass die Stadt Irpin nahe Kiew von Russland zurückerobert werden konnte. Alle Informationen hierzu in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg. Den Hintergrund des Ukraine-Konflikts* haben wir hier für Sie zusammengefasst. (rjs)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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