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Ukraine-Krieg: Die wichtigsten Ereignisse in der Nacht zum Sonntag

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Von: Lucas Maier

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Menschen fliehen aus der ukrainischen Stadt Irpin vor der russischen Armee.
Menschen fliehen aus der ukrainischen Stadt Irpin vor der russischen Armee. © Vadim Ghirda/dpa

Der Krieg in der Ukraine ging auch in der letzten Nacht weiter. In Mariupol ist die humanitäre Lage katastrophal – alle News auf einen Blick.

Kiew – Vor eineinhalb Wochen begann der Angriff Russlands auf die Ukraine* +++ Situation in Mariupol verschärft sich weiter +++ Kiew* weiterhin unter schweren Angriffen +++ Joe Biden* telefoniert mit Wladimir Putin*.

Alles, was in der vergangenen Nacht wichtig war, auf einen Blick:

Ukraine-Krieg: Russland erhöht den militärischen Druck – Kiew, Charkiw und Mykolajiw schwer getroffen

In der Nacht haben die russischen Streitkräfte den militärischen Druck auf die Großstädte des Nachbarlandes erhöht. Heftige Angriffe gab es in der Nacht zum Sonntag nach ukrainischen Angaben rund um Kiew, Charkiw und Mykolajiw. In der Region Kiew hinterließen die russischen Angriffe eine Spur der Verwüstung. Wo am Freitag auf der Strecke zwischen den Städten Butscha nach Irpin noch eine Tankstelle und ein Supermarkt gestanden hatten, waren am Samstag nur noch Trümmer zu sehen.

In einem nördlich von Kiew gelegenen Krankenhaus berichtete der durch Granatsplitter verwundete ukrainische Soldat Mykola, wie seine Einheit während einer Aufklärungsfahrt auf eine „feindliche Kolonne“ gestoßen sei. „Sie überschütteten uns mit Mörserfeuer“, sagte der 29-Jährige zu AFP-Reportern.

Krieg in der Ukraine weitet sich aus: Region Sumy berichtet von Angriffen

Angriffe auf die Region Sumy im Nordosten der Ukraine gemeldet. Ein lokaler Behördenvertreter berichtet von russischen Angriffen auf die Städte Sumy und Lebedin, so die dpa. Das teilte der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, auf seinem Telegram-Kanal in der Nacht zu Sonntag mit. Die Angaben bezogen sich demnach auf Samstag.

In der Kleinstadt Ochtyrka, ebenfalls in der Region Sumy, habe die Luftwaffe von Russland* ein Lager für Lebensmittel, Baumaterialien sowie einen Parkplatz zerstört, heißt es weiter. Bereits am Freitag sei ein Heizkraftwerk zerstört worden, dabei seien fünf Mitarbeiter ums Leben gekommen.

Die Heizungen sind in der gesamten Stadt ausgefallen. Wasser und Strom funktionieren nur noch vereinzelt. „Was soll ich sagen, Ochtyrka selbst ist teilweise weg“, schreibt Schywyzkyj auf Telegramm. Erst am Dienstag war aus Ochtyrka gemeldet worden, dass 70 Soldaten bei einem Angriff durch Mehrfachraketenwerfer auf eine Armee-Einheit getötet wurden.
Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Krieg in der Ukraine: Die humanitäre Situation in Mariupol verschärft sich immer weiter

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) äußert sich zu „humanitärer“ Lage in Mariupol. Der MSF-Notfallkoordinator in der Ukraine*, Laurent Ligozat, sagte der Nachrichtenagentur afp am Samstag, die Lage in der Großstadt verschlimmere sich „von Tag zu Tag“. Ein humanitärer Korridor sei „unerlässlich“, um Zivilist:innen aus der Stadt zu holen, so Ligozat.

Ein Problem sei in Mariupol der Zugang zu Trinkwasser. Es gäbe „sehr große Probleme, Zugang zu Trinkwasser zu bekommen“, sagte Ligozat. Dabei handele es sich um ein „entscheidendes Problem“. In Mariupol würden auch weder Heizung, noch Strom funktionieren, heißt es weiter. „Die Lebensmittel gehen aus, die Läden sind leer.“

Ukraine-Krieg: Bürgermeister von Mariupol – „humanitäre Blockade“

Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, äußerte sich am Samstag zur Situation in der Stadt. Die Stadt sei einer „humanitären Blockade“ ausgesetzt, wird er von der dpa zitiert. Russische Einheiten hätten alle 15 Stromleitungen in die Stadt ausgeschaltet. Diese sei bereits seit fünf Tagen ohne Strom.

Die Heizkraftwerke arbeiten mit Strom, weshalb auch diese in der Folge ausgefallen sind. Ähnlich ist es beim Mobilfunknetz, dieses funktioniert ebenfalls nicht ohne Strom. Noch vor Beginn des Krieges sei die Hauptwasserleitung abgetrennt worden, und nach fünf Kriegstagen habe man auch die Reservewasserversorgung verloren. Die russische Seite sei sehr methodisch vorgegangen, um die Stadt von jeglicher Versorgung abzuschneiden und so inneren Druck zu erzeugen.

Waffenruhe im Ukraine-Krieg: In Mariupol wurde sie gebrochen – Russland macht Ukraine verantwortlich

Zuvor war eine Waffenruhe zur Evakuierung der Zivilbevölkerung vereinbart worden. Die Ukraine wirft Russland jedoch den Bruch dieser vor. „Die russische Seite hält sich nicht an den Waffenstillstand und hat den Beschuss von Mariupol und Umgebung fortgesetzt“, erklärte sie. Die Evakuierung musste aus Sicherheitsgründen verschoben werde, so afp.

Russland gab der Ukraine die Schuld am Ende der Feuerpause: „Da die ukrainische Seite nicht bereit ist, auf die Nationalisten einzuwirken oder die Waffenruhe zu verlängern, wurden die Offensivaktionen um 18.00 Uhr Moskauer Zeit (16.00 Uhr MEZ) wieder aufgenommen“, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau.

Ukraine im Krieg: Härtere Sanktionen gegen Russland gefordert

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, fordert von der westlichen Gemeinschaft noch härtere Strafmaßnahmen gegen Russland. Den Appell der ukrainischen Regierung an die Nato, eine Flugverbotszone einzurichten, hat das Westbündnis unter Verweis auf eine drohende weitere Eskalation des Konflikts abgelehnt.

Putin betonte am Samstag, dass die Schaffung einer Flugverbotszone über der Ukraine für Moskau eine rote Linie sei. Ein solcher Schritt würde „kolossale und katastrophale Folgen nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt“ haben, sagte er bei einem Treffen mit Mitarbeitern der russischen Airline Aeroflot. (lm/dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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